Mittwoch, 2. November 2011

Karussell

Ich will, dass sie geht.Einfach weg ist.Andererseits will ich, dass sie bleibt. Für immer.
Nur nicht das hier, dieses Warten, jeden tag daran erinnert werden.
Am liebsten würde ich jede Minute mit ihr verbringen, aber ich kann einfach nicht.
Ich kann jede Minute weg sein. Jede Minute mit meinen Freunden verbringen, vor allem mit F. Sie braucht mich und ich sie. Ihre Mutter. Ich habe nie einen Menschen erlebt der mir so wenig schuldet und doch so viel für mich tut und noch viel mehr tun würde. Aber ich kann einfach nicht.
Ich brauche die Schule, sie lenkt ab, doch gleichzeitig fühle ich mich dort schrecklich unwohl und ungeliebt. Noch nie war ich so harmoniebedürftig wie jetzt und gleichzeitig will ich mich endlich einmal mit Adi streiten und nicht immer auf einen Konsens kommen. Das will ich mit meiner Zuckerwattefamilie und zwar zu allem und jedem.
Ich will nur noch dort sein, die Welt verbessern, perfektionieren und in Träumen leben. Träumen, die ich nachts nicht habe
Ich will endlich mal wieder morgend ohne verspannten Rücken aufwachen, ohne Schmerzen, aber ebendiese erinnern mich daran, dass ich noch da bin. So wie sie.
Und schon wieder beginnt das Gedankenkarussell sich zu drehen.
Und wenn ich alles sein lasse gesellen sich die Tränen wieder zu mir und ich fühle mich einsam und leer und wäre am liebsten voller Liebe. Verliebt, nur um zu wissen, wie es sich anfühlt, dass ich lieben kann und  nicht nur oberflächlich emotional bin.
Doch ich kann nichts machen, zumindest jetzt nicht, noch nicht.
Und das Karussell dreht sich weiter und ich kann nicht absteigen während es sich immer schneller dreht und mich immer fester an sich bindet. Bis alles auseinander fällt und ich mit ihm.
Was danach kommt weiß ich nicht, will ich nicht.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Grüne Zuckerwattewelt

Vor einer Woche durfte ich wieder in eine wundervolle Seifenblase mit meiner persönlichen grünen Zuckerwattewelt eintauchen. Wie man vielleicht schon gemerkt hat interessiere ich mich für Politik und bin auch aktiv in der Grünen Jugend.

Letztes Wochenende war mal wieder der Bundeskongress (BuKo) und das heißt fast 400 junge Leute aus ganz Deutschland von 12 bis 27, die alle ökologisch denken treffen im Schutze einer Schule zusammen und diskutieren über echte Politik bis tief in die Nacht.

Jedes größere Treffen der GJ ist für mich immer ein wenig wie eine grüne Zuckerwattewelt, da man sich nicht mit ignoranten Kapitalisten auseinandersetzten muss, man wird nicht schräg angeguckt, weil man kein Fleisch ist, im Gegenteil! Das Essen dort ist sogar (fast) immer vegan und sehr lecker! Allgemein ist die kulinarisch Versorgung immer recht gut, neben ökologischem, veganen Essen gibt es auch immer Massenweise Wasser aber auch Fritz Cola und Club Mate, die nicht nur großartig schmecken sondern auch dafür sorgen, dass man halbwegs wach bleibt, denn zu mehr als 5 Stunden Schlaf kommt man in der Regel nicht, meist sind es sogar nur 2 oder 3, weil man nachts nach den Debatten noch mit Leuten zusammensitzt und lacht und tanzt und Spaß hat.

Und die Leute dort sind alle so wundervoll! Man kennt anfangs kaum jeden, aber dennoch ist es wie ein riesiges Familientreffen, man kann einfach mit allen total entspannt reden und lachen auch wenn man manchmal anderer Meinung ist, man wird einfach akzeptiert, genau so, wie man ist und genau das macht das alles so wundervoll. Man braucht sich nicht zu verstellen und es wird auch nicht über einen gelästert, wie ich es sonst aus der Schule kenne.

Es waren auch einige internationale junge Grüne da aus Spanien, Frankreich, England und Belgien, mit denen ich mich auch wundervoll unterhalten habe. Über Politik, über die Situationen in ihren Ländern, über Musik, Zukunft und Philosophie und das alles sehr seriös mit jeder Menge Humor.

Auch immer wieder toll ist, dass sich immer jemand freiwillig für Aufgaben meldet und zwar immer andere, ganz gleich ob für Wahlkommission, Spüldienst, Aufbau oder Aufräumen. Es ist einfach für alle selbstverständlich zu helfen.
Natürlich ist es auch manchmal anstrengend gewesen, gerade wenn von morgens 9 Uhr bis um 2 oder 3 Uhr Nachts diskutiert wird, aber man muss und will auch nicht immer dabei sein. Wenn man nicht mehr will geht man entweder einfach aus der Halle, spielt ein wenig mit dem Smartphone oder Laptop rum oder legt den Kopf einfach auf die Schulter von Sitznachbarn und schläft. Allgemein ist die Atmosphäre wundervoll entspannt.
Natürlich kann man auch sehr aktiv mitdiskutieren, wenn man mit etwas nicht einverstanden ist oder einfach seinen Senf dazugeben will geht man einfach nach vorne ans Mikro und sagt seine Meinung, dann erntet man entweder wedelnden Hände, die nach oben zeigen, oder welche, die nach unten deuten, denn so zeigt die GJ ihre Zustimmung bzw Ablehnung. Für jeden verständlich und ohne jemanden zu stören. Man gewöhnt sich daran sogar so schnell, dass es einem oft passiert in der Woche nach einem GJ-Wochenende im Unterricht blöd angeguckt zu werden, weil man mit den Händen wedelt.
Grüne Jugend ist mittlerweile ein Teil meines Lebens. Sie bedeutet für mich Freundschaft, Spaß und Veränderung. Nicht nur in der Politik, sondern auch für mich selbst. Ich bekomme einfach viel mehr mit, lerne Veranstaltungen wie Konzerte, Demos und Aktionen zu organisieren, Pressemitteilungen zu schreiben und vor allem habe ich unglaublich viele neue Freunde kennen gelernt.

Und gerade weil alles so wundervoll ist fällt der Abschied immer besonders schwer und oft rollt auch die ein oder andere Träne, da man weiß, dass man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit erst in einem halben Jahr auf dem nächsten Buko wiedersehen wird oder auf einer der vielen Demos, bei denen die GJ immer vertreten ist wie z.B. einer Castorblockarde wo man uns in Zukunft nicht nur an der Fahne sondern auch an unserem neu erstandenem Pferd erkennen kann. (Niemand weiß so genau, wo es herkommt, aber es wird wundervoll gepflegt!)

Donnerstag, 6. Oktober 2011

unbelievable

Ich habe vor ehm....einigen Tagen von der wundervollen Liesa einen Blogaward bekommen.
Ich habe es erst überhaupt nicht verstehen können, dann habe ich darüber nachgedacht und kann es immer noch nicht nachvollziehen. Und nein, das ist keine "Ach ich weiß, dass ich toll bin, aber ich will das hören". Es ist wirklich so, ich kann es nicht nachvollziehen.
Natürlich freue ich mich, wenn ich Leute mit meinen Worten erfreuen kann, aber es ist nicht mein Ziel, ich schreibe, weil ich schreiben will.

Wie dem auch sei, auch ich muss jetzt einen Blogaward vergeben, was mir ziemlich schwer fällt. Ich bin sehr schlecht im Entscheidungen treffen, habe mich aber letzt endliche für Enrico entschieden.
Sein Blog scheint mir so..ehrlich und unverblümt. Ich mag einfach seine Art zu schreiben. (Das Design ist auch wundervoll!). So, jetzt hab ich das auch abgehakt. Sehr schön.
Gratulation Enrico.

Dienstag, 27. September 2011

Scheiße

Das Leben ist gemein, hinterhältig und absolut sadistisch! Jedes verdammt mal, wenn ich mich entschlossen habe es, etwas für mich wichtiges durch zu ziehen, zieht es scheinbar diabolisch lachend mit einem dicken fetten, leuchtend rotem Permanentmaker einen schon fast astronomischen Strich durch mein Vorhaben.
Jedes verfluchte mal, wenn ich mich dazu entschlossen habe, an mich zu denken, für mich etwas Gutes zu tun und endlich mal mir selbst helfen, ja jedes verfluchte mal meint das beschissene Leben zu sagen: "Nenenenene, so nicht, dir darf es einfach nicht gut gehen! Ich will dich leiden sehen, richtig, richtig leiden! Muhahaha!"
Es ist so unfair! Ich hasse es, mir diese so egoistische und scheinbar absolut kurzsichtige Frage zu stellen.
Warum ich? Was habe ich getan? Aber es gibt Momente, da kann man einfach nicht anders, man fühlt sich hilflos, machtlos und wie ein ein Spielball in den Händen von irgendeiner höheren Macht.
Ich fühle mich momentan ein wenig wie Auraya in Trudi Canavans Triologie, doch ich suche noch verzweifelt nach dieser Macht, die mich, uns alle, als Spielball zur eigenen Erheiterung missbraucht und vor allem nach dem Weg, sie zu zerstören, ein für alle mal!
Es wieder mich an, dass nun zum 3. mal dass, was mich mit am meisten fasziniert mich auch mit am meisten piesackt  mich nieder macht und versucht mich zu brechen.
Ich hasse es, ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich sie hasse, weil ich es nicht akzeptieren will, nicht kann, auch jetzt nicht. Dass ich mich wahrscheinlich noch mehr verstecken werde vor der Welt, jetzt wo ich eigentlich vor hatte, ein wenig mehr raus zu kommen, dass ich es wieder allen erklären muss und für mich selbst stark bleiben muss. Und all das, obwohl ich noch nicht einmal genau weiß, was Sache ist.
Ich weiß nur, dass es diesmal wirklich ernst sein muss.
Und morbider Weise will ich genau das sehen, was mir all das antut.
Und auch mein Gewissen kämpft, doch ich weiß, dass ich alles bereuen werde, wenn ich es nicht mache.

Samstag, 17. September 2011

Herbst

Der Herbst ist für mich jetzt da. Morgens muss ich eine Jacke anziehen, wenn ich an der Bushaltestelle nicht frieren will, der Rhein ist morgens jetzt immer öfter in dicke Nebelschwaden gehüllt, sodass man nur noch das modriggrüne Brückengeländer sieht. Auch die Bäume werden wechseln schon ihr Kleid: von den verschiedenen und doch so eintönigen Grüntönen in leuchtendes Rot und strahlendes Goldgelb. Äpfel und Nüsse und Kastanien  sind scheinbar überall. Überhaupt ist jetzt all das Reif, was ich gerne esse: Kartoffeln, Nüsse, Äpfel, Brombeeren, Zuccini, Auberginen, Hagebutten fangen jetzt auch an, Broccoli und Maronen werden auch reif. Ich esse nicht wirklich viel Obst, Erdbeeren, Kirchen, Melone, das mag ich alles nur in Getränken oder Backwaren.
Doch jetzt beginnt die Zeit, in der ich mich wohlfühle. Ich liebe die kühlen Temperaturen, den Regen, den Nebel morgens. Ich liebe es mit dicken Wollsocken und einer Tasse Tee im Sessel vorm Fenster und vor der heitzung zu sitzen und bei Musik im Hintergrund und dem Prasseln von Regen an der Fensterscheibe zu lesen. Ich liebe es durch die buntleuchtenden Laubhaufen zu laufen und dabei wie ein Kind zu jauchzend,  Nüsse zu sammeln und mich über meine Ausbeute zu freuen.  Und Apfelstrudel mit Vanillesoße! Oder mein selbstgemachter Zuccini-Tomaten-Feta-Strudel oder Rosmarin-Bratkartoffeln, wenn ich klitschnass nach hause komme!  Und Tee, ganz, ganz viel Tee, Schwarztee mit Milch, Hagebuttentee, bevorzugt selbstgemacht, Früchtetee, Pfefferminzetee,  aufgegossen mit den im Sommer getrockneten Blättern.
Oder abends schon um 7 Uhr bei Kerzenlicht zu sitzen,  mich durchs Internet zu klicken und Musik dazu hören. Es ist zwar nicht mehr 7, aber auch jetzt sitze ich bei Kerzenschein hier.
Ich liebe den Herbst einfach, ich liebe das Wetter, die Düfte, ja selbst, dass meistens meine Zunge verbrannt ist!
Der Herbst geht für mich auch nahtlos in die Weihnachtszeit über, nicht, weil in den Geschäften überall Weihnachtskram steht, selbst jetzt schon – ganz grausam, gehört verboten, wenn es nach mir geht – sondern weil das Wetter einfach immer winterlicher wird und Zimt für mich auch schon in den Herbst gehört.
Hach, ich freu mich auf einen goldigbunten Herbst!


Dienstag, 13. September 2011

Gedankenkämpfe

Momentan wächst mir einfach alles über den Kopf. Jeder will alles von mir und ich will gar nichts. Ich würde am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen bleiben, mich unbewusst mit Musik berieseln lassen, immer wieder dösen und aus dem Fenster starren und nichts denken. Gar nichts. Und doch schwirren abermillionen Gedanken gleichzeitig durch mein Hirn und tragen schmerzliche kämpfe um meine Synapsen aus. Und als ob das nicht schon genug wäre will jeder von mir, dass ich auf einmal wieder perfekt funktioniere und keiner scheint zu akzeptieren, dass ich alles hinbekommen würde, aber nur so, wie ich es machen will. Und dabei weiß ich doch gar nicht was ich machen will und schon gar nicht wie! Ich sehe immer weniger Sinn in dem, was ich tue, wie ich es tue, wozu eigentlich? Um es allen anderen recht zu machen? Und was ist mit mir? Immer öfter spiele ich mit dem Gedanken einfach einen Schlussstrich zu ziehen. Einfach ein paar Sachen zu packen an die nächste Autobahn zu gehen und mit einem Schild „Weit-weit-weg“ und einem Smilie drauf. Darauf zu warten von irgendwem einfach irgendwohin mitgenommen zu werden und ein neues Leben anzufangen. Scheiß auf Schule, scheiß auf it, Scheiß auf alles.

Vielleicht nach England, wo ich mir einen wundervollen britischen Akzent zulege und meine Haare scheußlich rot färbe und als Touristenfüherin  arbeite und dann abends auf meinem gestohlenen klapprigen Rad in meine winzige, zugige Wohnung fahre und mich von containertem Essen ernähre, aus dem ich auf dem winzigen Einflammengasherd die köstlichsten Sachen zaubere. Nachts würde ich in allen möglichen Clubs kellnern um so all die coolen Underground-Britrock-Bands sehen zu können und sehr schnell koffeeinabhängig werden. Kaffee wäre das einzige, was ich mir wirklich selbst kaufe, meine Espressokanne eines der wenigen Stücke, die mitgekommen wären. Ich würde so wenig wie möglich für Strom und Wasser ausgeben und all mein Geld unter einer losen Diehle links neben meinem quietschenden, rostigen alten Bett mit all den bunt zusammengewürfelten Decken. Ich hätte neue Freunde, doch niemand würde meine ganze Geschichte kennen. Vielleicht ändere ich auch meinen Namen. Ja bestimmt sogar. Meinen Nachnamen fand ich schon immer doof und mein Vorname passt irgendwie nicht zu mir. Vielleicht würde ich einfach im Hyde Park 50 Leute fragen: „Hey, what‘s my name?“ oder nein ich würde 100 fragen, die coolsten 100, die ich finden kann. Vom kleinen 12-jährigem Punkrockskater über das 60’er-girlygirl bis hin zur coolen alten Oma die zu den Klängen des absolut bekifften Bob Marley verschnitt abgeht.  Der Name, der mir am besten gefällt, den würde ich dann übernehmen.
Ein mal in der Woche würde ich mir einen Tag frei nehmen und in den Bibliotheken und Museen rumhängen, mich in die Vorlesungen der Universitäten schleichen, über Märkte ziehen und alles probieren und all das sehen, hören, riechen, fühlen, was mir momentan fehlt. Ob ich dann glücklich wäre? Vielleicht.
Doch das ist alles nur in meinem Kopf, in Wahrheit habe ich dazu nicht einmal annähernd den Mut, ganz gleich ob es nun wirklich England werden würde, oder doch Schweden oder Italien. Nein, ich bleibe hier und versuche es allen und allem recht zu machen, versuche die nächsten Jahren noch durchzustehen und hoffe darauf, dass alles besser wird, so wie ich es schon seit Jahren tue. Nur noch 3 Jahre, noch 2, noch eins, noch 168 Tage.  Es sind diese lächerlichen, dünnen Zweige in die ich all mein Vertrauen setzte, all meine Hoffnung und von denen ich eigentlich weiß, dass sie mich niemals werden tragen können.  Doch aufgeben ist auch keine Option.  Also weiter, das Ziel feste im Auage behalten, so viel Gutes wie möglich mitnehmen und Hoffen.  Auf mehr Verständnis. Mehr Glück. Mehr Liebe. Mehr Freiheit. Auf Alles.
Also werde ich auch morgen wieder aufstehen und den Monstern die Stirn bieten oder sie mit einem verächtlichen Lächeln links liegen lassen.
Doch bis dahin versuche ich erst einmal einen Teil des ganzen Mistes in Schlaf zu ertränken. 

Montag, 5. September 2011

Einfach so.

Ich könnte gerade einfach heulen, losschluchzen, rotz und wasser. Ich wurde gerade eben wieder an einen wundervollen Moment dank einiger Bilder erinnert, wundervolle Bilder, gemacht von einer wundervollen Person (und von mir). Bilder aus einer unbeschwerten Zeit des Glücks, wo ich mir keine sorgen machte und die nicht sonderlich weit zurück liegt. Ich will zurück, will diese Freiheit wieder haben, diese Vitalität..statt meiner apathischen Trägheit, gefangen in meinem Zimmer und hier, von einer Aura, die mich verdrängt und lähmt, die mir meine Freude nimmt und mich auslaugt, der ich nicht entfliehen kann.
Ich will zurück zu den Menschen die ich mehr oder weniger kenne, die einen akzeptieren und die ich irgendwie verdammt noch mal liebe. In die Natur, die reinste Luft tief einatmen, ans Lagerfeuer, bis fast zur Morgendämmerung und aneinandergekuschelt lachen, an den See, den kleinen Fischen beim Fangen spielen im kristallklarem Wasser zusehen, mit den Teddybärhunden kuscheln, alles.





Sonntag, 4. September 2011

Mit Musik Durchträngt


Langsam rückt dein Ziel immer näher. Noch bist du nicht aufgeregt, die Stimmung locker und ausgelassen, auch wenn der Regen in dicken und unablässigen Tropfen gegen die Scheiben und das Blech geschlagen wird und Blätter, von den Bäumen gerissen, auf der Windschutzscheiben kleben.
Das erste Schild taucht auf und plötzlich siehst du sie, die Arena, dort wo du hinwillst, dein Ziel. Und auf einmal kribbelt dein ganzer Körper, dein Herzschlag beschleunigt sich und Endorphine werden in deine Blutbahn geschüttet. Auf dem Weg zum Parkhaus, rechts und links, überall von vorfreude beschwippste Menschen, die lachen und singen und Bandshirts tragen. 
Jetzt bist du ein Teil, ein Atom der euphorischen Masse, die sich ausgelassen Richtung Arena schiebt. Ticketkontrolle, selbst die Securyties sind ausgelassen und fröhlich. Du verabschiedest dich für die nächsten Stunden von deinen Freunden, weil du leider kein Ticket mehr neben ihnen bekommen hast, verhandelst mit den Veranstaltern und schaffst es doch tatsächlich ein neongrünes Bändchen zu bekommen, dein Ticket für einen Stehplatz vor der Bühne!  Strahlend begibst du dich mitten in die teils schon seit Stunden wartenden Massen und bist absolut glücklich. Umgeben von all diesen Musikjunkies steigt in die dir gleiche ausgelassene Laune wie beim letzten Festival wieder in dir auf, diese Laune, die nur von Musik in Kombination von einer riesigen, ausgelassen Menschenmasse ausgelöst wird und jede Droge übersteigt.
Gespannt verfolgst du das geschäftige Treiben auf der Bühne, wie die Techniker auf und abrennen, den Soundchek machen und deine Aufregung wächst und wächst. Plötzlich gehen alle Lichter aus und es wird mucks Mäuschen still. Ein einzelner Gitarenriff erklingt und alle jubeln und klatschen und eine unbeschreibliche Welle bricht plötzlich über allen zusammen und infiziert sie mit DEM Gefühl.
Es ist nur die Vorband und dennoch tanzen und klatschen alle ausgelassen mit, auch wenn dem großteil, einschließlich dir, die meisten Lieder völlig unbekannt sind. Die Zeit spiel keine Rolle, ebenso Durst und Hunger und Schmerz, alles vergessen, du bist völlig durchströmt von den Klängen der Musik, die dich umspült und in jede einzelne noch so kleine Zelle deines Körpers eindringt und ihn in Schwingungen versetzt, sodass sie das einzige ist, was du noch wahrnimmst.
Es wird wieder Dunkel, eine erwartungsvolle Anspannung erfasst den Saal durchbrochen von glückstrunkenden Gesängen und dann Licht und da sind sie, die 3, auf die du dich schon seit Wochen und Monaten fast schmerzend freust und ein plötzlicher Jubel erfasst jeden einzelnen, bis in den hintersten Winkel der Halle. Du bist eins mit allen, Zelle eines riesigen Organismus, der angetrieben wird von puren Endorphinen, die er aus den perfekt harmonierenden Klängen bezieht.

Auf unerklärliche Weise bist du in der Lage jedes Wort mitzusingen, auch, wenn du niemals den text auswendig gelernt hast, die Glücksklänge zerren die richtigen Worte aus den scheinbar vergessenen Zellen deines Kopfes und lassen sie über deine Lippen gleiten. Du merkst gar nicht, wie du zu den Beats springst und tanzt und ausgelassen in der Menge schwebst.
Es ist eine wundervoll kunterbunte Show mit leuchtenden Luftballons, aufblasbaren Dalmatinern und Dinos, quitschbunten Bällen und bunten blinkenden Lichtern und jeder Menge regenbogenglittrigen Endorphinen die wie ein Feuerwerk aus jedem quillen und jeden anderen infizieren, sodass er keine andere Wahl hat als ebenfalls mitzufeiern.

Plötzlich verschwindert der Sänger und es folgt ein Gitarresolo. Wie aus dem nichts taucht er auf einer kleineren Bühne im hinteren Bereich der Stehplätze, bewaffnet mit einer akustischen Gitarre und spielt, was gewünscht ist. Es sind genau deine Lieblingslieder, absolut rein und pur. Nur seine gänsehauterzeugende Stimme unterstrichen durch die melodischen Klänge der Gitarre. Nach wenigen, viel zu wenigen Liedern stürzt er sich in die endorfingetränkte Menge und zieht in Ekstase und absolut fröhlich zurück zur Bühne. Dort wieder angekommen reißt er ein paar Witze und stimmt die nächsten Lieder an. Jeder versuch es in Worte zu fassen ergibt nur ein klägliches Modell, eine lachhafte Idee jenes Abends. Es war einfach unbeschreiblich.

Donnerstag, 25. August 2011

The BMA- Best Mom Award

Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir eine Ehre sie alle beim ersten von hoffentlich vielen BMA's begrüßen zu dürfen.
Zunächst einmal, bei dieser Veranstaltung wird nicht die beste aller Mütter gewählt, es ist mehr eine Verleihung ähnlich der Goldenen Himbeere. Aber bitte, warten sie und gehen sie noch nicht, ich bin sicher, diese Veranstaltung wird durchaus interessant für sie! Naja vielleicht auch nicht, aber seine wir doch einfach mal ein wenig optimistisch!
Der diesjährige BMA geht an eine Person, eine Frau, soviel kann ich schon einmal verraten. Ja, eine große Überraschung, dass der Best Mom Award an eine Frau geht!
Die diesjährige Gewinnerin ist eine ganz besondere Frau, seit nun mehr 17 Jahren "kümmert" sie sich um ihre einzige Tochter. Dabei erduldet sie keinerlei Widerworte oder andere Meinungen, egal wie antiquiert und eingestaubt ihre Ansichten auch sein mögen. Jegliche Diskussion "gewinnt" sie mit ihrem größtem Trumpf:
"Ich bin deine Mutter, und du hast das zu tun, was ich sage!" Genial oder?
Wiedersetzt sich ihre ach so pubertäre Tochter dennoch, greift sie im Gegensatz zu vielen anderen gandenlos durch, auch wenn es mit mehrwöchigem Internetverbot oder einer Polizeieskorte für die Tochter von einer Freundin nach Hause endet. Gegen jegliche Art von Pädagogen, Psychologen und Psychotherapeuten ist sie absolut resistent. Sie hat eine noch nie beobachtete Gabe bei Bedrängnis den bei den meisten Menschen ausgeprägten Mitleidssinn durch Schluchzer und Tränen zu aktivieren, sodass jeglicher Therapieversuch abgebrochen und vertag wird bis schließlich auch der letzte Fachmann resigniert.
Beeindruckend nicht wahr?
Ich selbst stauen immer wieder von neuem darüber! Besonders über die anfängliche Feindseligkeit, die mir dank meiner Ignoranz dem Geheule gegenüber, entgegengebracht wird. Auch ein fast Einjähriger fluchtartiger Auszug in eine staatliche Einrichtung Seitens der Tochter hat nichts bewirkt.
Einfach großartig diese absolute treue den einen Idealen, wirklich beeindruckend.
Ich erspare mir jetzt sämtliche vergleiche diesbezüglich, das wäre dann doch unangebracht, den mit ihr verglichenen gegenüber.
Und erst heute hat sie einen weiteren wundervollen Beweis ihrer Würdigkeit dieses Preises geschaffen!
Nach 4-tägiger Abstinenz von den heimatlichen Gemächern ist das erste, was sie der Tochter in scharmanter Art, wie eh und je, entgegen schleudert, als diese nach einem langen und anstrengenden Tag durch die Tür kommt:"Du hast schon wieder Haare im Abfluss vergessen"
Auf Fragen nach dem Befinden und den Erlebnissen auf der Reise wird keine Antwort gegeben und nach den Befinden und oder Bedürfnissen der Tochter wird nicht gefragt, nicht, was es neues in der Schule gibt, nicht, warum sie so müde ist und warum sie so spät erst aus der Schule kommt, den gestrigen Konzertbesuch hat sie vermutlich nicht einmal wahrgenommen. Gekrönt wird das ganze noch von der mit einem süffisanten Lächeln geschmückten Frage, ob die Tochter, die seit Jahren vegetarisch lebt, nicht ein Stück Schinken-Salami-Pizza möchte.
Sind sie, meine werten Damen und Herren, nach diesem kurzen Einblick, sind sie nicht auch der Meinung, das der diesjährige BMA an die von mir beschrieben Person gehen muss?
Wenn nicht auch egal, ich darf ja den Prei übergeben!
Also begrüßen sie bitte mit einem tobenden Applaus meine Mutter!
It, bitte, dieser Preis steht dir wirklich zu!

Montag, 22. August 2011

Der Frühling ist vorbei und der Sommer gnadenlos

Ich weiß nicht genau, wie ich schreiben soll, was ich schreiben will und ich fürchte es wird ein wenig chaotisch, aber genau das spiegel meinen momentanen Gemütszustand wieder.
Heute Mittage war ich noch bei meiner Wahlfamilie und habe mir F. die Beine im Teich gekühlt und die Hitze erschien mir das schlimmste überhaupt. Wieder zu Hause begann meine übliche Nachrichtenrunde, mitlerweile bin ich dazu übergegangen nur noch die Posts von Onlineaktivisten.com zu lesen, da dort alle für mich relevanten Themen auftauchen. Überhaupt beziehe ich in letzter Zeit sehr vieler meiner täglichen Informationen über Facebook und es gefällt mir, auch wenn viel darüber geschipft wird.
Heute haben mich 3 Themen sehr bewegt:
1) http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/welt-im-wandel/355502/355503.php
    Das Informationsvolumen, das ein heutiger Mensch an einem einzigen Tag aufnimmt, ist wahrscheinlich größer als alles, was Landbewohner vor einigen Jahrhunderten in ihrem Leben kennenlernten. In einer Tageszeitung stehen mehr Fakten, als ein Mensch des achtzehnten Jahrhunderts bis zu seinem Tod erfuhr, und auf der Fifth Avenue in New York, auf den Champs-Elysées in Paris oder auf der Shiyuba-Kreuzung in Tokio sieht man an einem gewöhnlichen Mittag mehr Menschen, als unsere Vorfahren je zu Gesicht bekamen.  
 Ist das nicht einfach unglaublich? Und wir merken es noch nicht einmal! Meine Generation steht in dem Ruf desinteressiert zu sein, ständig vor dem PC zu hängen oder am Smartphone, aber eben diese Geräte sorgen erst für diese Datenflut. Natürlich variiert die Qualität der Informationen von Nutzer zu Nutzer, doch ist nicht auch ein Bildzeitungsleser besser als ein mittelalterlicher Bauer?
Noch vor dreihundert Generationen (also etwa sechstausend Jahren) jagten die meisten unserer Vorfahren in kleinen Gruppen oder lebten in primitiven Dörfern, vor sechs Generationen gab es noch weder Strom noch Fotografie oder Eisenbahnen, heute geht man davon aus, dass sich das Faktenwissen der Naturwissenschaften in jedem Jahrzehnt verdoppelt und allein in Deutschland werden 100000 Bücher pro Jahr veröffentlicht.

2) http://www.sueddeutsche.de/politik/proteste-in-aller-welt-heiliger-zorn-der-jugend-1.1133140
Der britische Premierminister David Cameron hat die jungen Plünderer für krank erklärt und zur Heilung angekündigt, dass ihren Familien die Sozialhilfe entzogen wird. 
Für krank? Ok, sie hatten keine wirklich Motivation, aber sind sie deswegen krank, weil sie ihrem Ärger luft machen und keinen anderen Weg wissen als sinnlose Zerstörung?  Ist es nicht eher traurig das sie zu einem solchen Mittel greifen? und sind soziale Unruhen jeglicher Form nicht die Symptome einer kranken Gesellschaft? Ist somit nicht die Politik, Mister Cameron selbst krank?
In Großbritannien werden die Sozialleistungen weiter gekürzt; [Cameron] erklärt [...] zur Heilung [...][werden] ihren Familien die Sozialhilfe entzogen wird.
Sehr guter Plan, wirklich! Wie bekämpft man soziale Unruhen die auf sozialer Ungerechtigkeit basieren am Besten? Sicher nicht durch deren Steigerung!

3) http://www.welt.de/politik/ausland/article13478596/Island-versucht-sich-an-Politik-ohne-Politiker.html
Endlich einmal etwas Erfreuliches! Das Volk kann via facebook mit an seinen eigenen Gesetzten arbeiten, so, dass jeder, wirklich JEDER mitreden kann. Ich finde das einfach Großartig, denn seien wir mal ehrlich, der kritischste Ort unserer Zeit, die hitzigsten Diskussionen finden hier, im www statt. Hier treffen die unterschiedlichsten Meinungen frontal aufeinander ohne sich eingeschränkt oder bedroht zu fühlen.
Erlingur, der Dichter und pensionierte Gymnasiallehrer, hat Parkinson. Er sitzt zusammengesunken in seinem Stuhl, vor seiner Brust krümmt sich seine magere linke Hand, seine Augen bleiben die meiste Zeit geschlossen. „Das wird das Letzte sein, das ich gebe für die Gemeinschaft“, sagt er.

Ich will mehr davon, mehr Basisdemokratie , mehr echte Demokratie auch in Deutschland.

4) Vor etwa zwei Stunden tauchte folgendes auf meiner facebook-Startseite auf:

Was geht denn grade in Lybien ab? Rebellen in Tripolis, Gefangennahme Gaddafis Sohn und rumtrampeln auf seinem Bildnis. Revolution rockt!

english.aljazeera.net

vor etwa einer Stunde ·  ·  · 

Die Libyer feiern auf der Straße, was genau los ist, weiß niemand. Ist es ein Sieg? Ist es nur ein vorläufiger? Es ist egal, sie glauben daran, sie wollen daran glauben, ebenso wie ich. Vor wenigen Monaten habe ich ein Video gesehen, auf dem Menschen sich wenige Minuten zuvor gegenseitig bei Straßenkämpfen für ihr Recht auf Demokratie und Freiheit erschossen haben und ich habe geweint. Nun sehe ich Die Angehörigen dieser Toten, oftmals kaum älter als ich selbst, mitten in der Nacht lautstark und glückstrunken  feiern. Und ich weine. Ich hoffe so inständig, dass es der Sieg ist, ich will gar nichts anderes akzeptieren. Kein Toter soll umsonst gestorben sein, keien Angst umsonst gefühlt. Ich kenne das Gefühl in einer Gruppe zu sein und einen, wenn auch kleinen Sieg für seine Überzeugungen und gegen eine scheinbar stärkere Macht errungen zu haben und ich wünsche mir genau jetzt auf diesem Platz zu stehen und einfach mitzujubeln, auch wenn ich kein Wort verstehen würde.
Denn das, genau jetzt ist Geschichte, Geschichte wie der Bau der Pyramiden, Geschichte wie die Gründung von Städten, Geschichte wie die Erfindung des Buchdruckes, wie die Reformation, und wie jeder einzelnen verdammte Krieg. Diese Nacht wird unter Umständen in noch nicht einmal 10 Jahren in den Büchern Stehen und Generationen von Schülern werden sich bemühen (müssen), sich vorzustellen, wie es in dieser Nacht war, was in diesem Jahr Passiert ist, oft lange vor ihrer Zeit und wir, wir nehmen es oftmals einfach nicht war.



Und ich sitze jetzt immer noch hier, auf dem Balkon und sauge die Bilder begierig in mich auf. Mittlerweile bin ich umgeben von der gütigen Kühle der Nacht und weiß jetzt schon, dass ich es in wenigen Stunden bereuen werde, so lange Geschichte erleben zu wollen. Aber das wird nur einen Tag lang so sein. Vielleicht werde ich meinen Enkeln von diesem Tag, dieser Nacht berichten, wenn sie über ihren Büchern stöhnen und ich werde versuchen ihnen alles so lebensnahe wie möglich zu erzählen, was ich gefühlt habe.

Ich könnte zu jedem dieser Artikel ganze Romane schreiben, aber diese wären dann nur noch chaotischer, als dieser Post ohnehin schon ist. Ich weiß noch nicht einmal sicher, warum ich das hier alles aufschreibe, ich schätze weil es so absurd ist.

Während ich die Nachtluft genieße werden Plätze umbenannt, auf Gadaffi-Poster geschossen und getrampelt.
WE ARE FREE!
Es muss einfach so sein!
Guten Nacht.

Donnerstag, 18. August 2011

Eine Hand voll Glück

Da ich in den letzten 3 Tagen ziemlich neben der Spur bin und auch sehr frustriert/deprimiert habe ich heute beschlossen auf eine Methode zurückzugreifen, die mich schon einmal aus einem Tief gezogen hat.
Ich habe diesen Trick aus einem Buch, welchem weiß ich leider nicht mehr....
Ziel des Ganzen ist es, zu erkennen, das nicht alles scheiße ist und die kleinen Freuden des Lebens, die wir jeden Tag sehen bewusst(er) wahrzunehmen.
Man kann sich ein Ziel setzten, entweder 3 oder 5 oder 8 oder 7 Dinge, je nachdem, welche Zahl man besonders mag. Wichtig ist noch, dass man die negativen Dinge aus den Gedanken verdrängen muss.
Abends überlegt man dann, was einen heute gefreut hat, das kann alles mögliche sein, man kann es in Gedanken machen, laut sagen oder aufschreiben, ganz wie man will.
1 Ich konnte heute morgen länger schlafen und hatte trotzdem noch Zeit für einen Kaffe, da meine erste Stunde ausgefallen ist.
2 Die Kunst AG wird es auch dieses Schuljahr geben! Heute in der Pause gab es eine Vorbesprechung und es wird sicher wieder Großartig!
3 K. Kleid! Sie hatte heute ihr selbstgenähtes Kleid an und es ist einfach wundervoll und sommerlich blumig.
4 Ich habe es heute geschafft, ohne zittrige Hände zu bekommen, eine Springspinne mithilfe eines Glases und eines Stück Papiers raus zu bringen und habe so meiner absolut irrationalen Arachnophobie getrotzt.
5 Twinbrain hat mir eine wundervolle Geschichte geschrieben! Ich weiß nicht ob sie das hier liest, falls doch DANKE! Sie ist einfach wundervoll, sowohl twinbrain, also auch die Geschichte.
6 Irgendeiner meiner Nachbarn raucht offensichtlich Pfeife und der süßliche Rauch erinnert mich an einen wundervollen Ort bei wundervollen Personen.

Und so betrachtet war der Tag gar nicht soo schlimm.
Vielleicht hilft es ja irgendjemandem, falls er jemals meinen Blog und diesen Eintrag lesen sollte.
Wenn nicht hilft es nur mir, auch gut.
PS: 7 es hat soeben geblitzt, vielleicht verschwindet ja doch noch diese schreckliche Hitze!
PPS: 8 es hat geregnet und jetzt liegt dieser wunderbare Duft in der Luft und es ist kühl und die Sterne funkeln um die Wette!

Donnerstag, 11. August 2011

Ein hoch auf Kant!

Der Tag heute war ausnahmsweise teilweise sehr interessant und ich habe eine neue Erkenntnis.
In Deutsch haben wir heute einen Text von und über Kant gelesen. Kant ist der Meinung, dass man nur moralisch einwandfrei handelt, wenn "gegen die Neigung und aus reiner Pflichterfüllung" ist.
Das heißt, man tut etwas nur für ein gemeinnütziges Ziel und zieht keinen eigenen Profit in irgendeiner Form daraus zu schlagen.
Also jeder, der arbeiten geht und dafür Gelb bekommt ist nicht moralisch, Jeder Schüler ist nicht moralisch, da er ein Zeugnis bekommt. Auch, wenn man gegen die Neigung morgens einfach liegen zu bleiben handelt.
Und warum wird Kant so hoch geschätzt, wenn er uns alle für unmoralisch hält? Sind dann eigentlich Hart IV- Empfänger eigentlich moralischer als der Rest?

Montag, 8. August 2011

Amsterdam



Wenn man sein Rad schätzt sollte man Schilder beachten...







Dies sein ein paar Bilder von dem Tag in Amsterdam. Da das Wetter an dem Tag ziemlich grau war, sind es auch die Bilder. 
Ich bin leider nicht sonderlich gut in Bildbearbeitung....

PS: keines der Bilder ist gestellt, das ist nicht mein Stil.

Samstag, 6. August 2011

Einfach Perfekt

Endlich mal seit 3 Wochen ausgeschlafen und als ich dann aufgewacht bin absolute Stille in der Wohnung.
It ist nicht da.
Ich stehe auf und mache Frühstück: Kaffee, warmes Müsli mit Zimt, Kräuterrührei mit Parmigiano und selbstgebackenes Brot mit Erdnussbutter.
Im Fernsehn DasDing.tv Rock am Ring spezial. Und schon rauschen süße Endorphine der Erinnerung durch meine Venen. Einfach Perfekt.
Jeder Morgen sollte so beginnen, entspannt und einfach perfekt.
Mal sehen, was der Tag noch so bringt.

Mittwoch, 3. August 2011

Dies und das

Heute morgen standen alle Zeichen auf "bleib besser im Bett" und genau so entwickelte sich der Tag auch.
Verschlafen, kaum zeit für duschen, keinen Kaffee, kotzender Hund im Auto, in der Vorlesung fast eingepennt, Experimente musste ich nochmal machen, weil alles schief lief und das in einem Labor voller organischer Dämpfe, 30° und zu wenig getrunken.
Endlich da raus begrüßte mich die Welt mit brennendem Sonnenschein und einer fast gesättigten Luftfeuchtigkeit und das ganz ohne, dass ich eine Tropenreise gebucht hätte!
Endlich zu Hause bin ich auf mein Bett gefallen und sofort eingeschlafen.
Wach wurde ich dann von dem süßen Prasseln dicker Tropfen auf ausgetrocknetes Laub vor meinem offenen Fenster.
Nach einem ausgiebigen Regentanz und einer kurzen heißen Dusche anschließend ist meine Laune jetzt wieder über Lagerfeuerstimmung hinaus.
So soll es doch sein!

Montag, 1. August 2011

Espressokannen, Sekundenschlaf und Gefangenschaft

Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark it sich dem wirtschaftlich gesteuertem Konsumverhalten anpasst.
Man braucht nicht etwas Neues, weil das Alte kaputt ist, nein, es reicht, wenn es nicht mehr schön ist.
Wir hatten eine von diesen wunderbaren, kleinen Espressokannen, die man direkt auf den Herd stellt und die den besten Kaffee der Welt machen. It hat besagtes Kleinod der Kaffeekunst in die Spülmaschiene gesteckt und sie ist sauber, aber angelaufen wieder herausgekommen. Aber noch voll funktionsfähig.
Heute morgen wollte ich, todmüde wie ich war, mir einen kleinen Muntermacher kochen und sucher vergebens nach der nun nicht mehr glänzenden Kaffeekanne, aber sie war nicht mehr da!
Als ich it fragte kam als antwort nur: Die war nicht mehr schön, ich habe sie weggeschmiessen.
Da es eh keinen Zweck mehr hatte mit ihr zu streiten und ich auch nicht die Zeit dafür hatte, bin ich müde aus dem Haus gegangen.
Jetzt haben wir anscheinend eine neue , aber es gibt Nutzungsbedingungen:
Ich darf sie nur benutzen, wenn ich sie SOFORT sauber mache.Für mich gerade morgens leider nahezu unmöglich, da ich kaum Zeit habe und die Kanne fast glühend heiß ist.
Begründung dieser Regel: Die Kanne soll keine braunen Flecken im inneren bekommen. Das ist zwar a) ziemlich unwahrscheinlich, dass das passiert und b) selbst wenn nur Kaffee, aber was solls.
Also ab sofort morgens keinen guten Kaffee mehr und noch mehr Sekundenschlaf im Unterricht. Ganz toll.
Ausziehen darf ich nicht und ich weiß nicht, ob ich deswegen wirklich einen Rechtsstreit vom Zaun brechen soll...

Freitag, 15. Juli 2011

Tag 3

Heute ging es auf in meinen zweiten Urlaub für diesen Sommer.
Ab 9 Uhr war ich frei von it und verbringe seit den meine Zeit mit der wundervollen Freddy, ihrer Mutter, Patentante und deren Mann.
Nach gemeinsamen Resteverputzen ging es los. Freddy und ich sind mit Chris zusammen gefahren und ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin noch nie mit einem besseren Fahrer mitgefahren!
Nicht nur, dass sein Mercedes mehr als komfortabel ist und er ihn auch 100% unter Kontrolle hat, nein er hat auch eine tolle Einstellung: Hol das beste aus der Karre raus!
Also sind wir mit bis zu 240 km/h über die Autobahn gebrettert und waren nach nur 3 Stunden in unserem Zielort an der holländischen Küste angekommen. Haus ok, Strand ok. Passt.
Nach dem Auspacken und Einräumen und dem Erkunden der Gegend ging es natürlich ab zum Strand.
Er ist nichts besonderes, dennoch fühle ich mich hier wirklich wohl. Das Meer hat schon so lange ich denken kann diese Wirkung auf mich.
Nachdem wir nach zwei Stunden hungrig wurden und umkehrten und nach weiteren zwei Stunden dann eine unseren Ansprüchen genügende Strandbude gefunden hatten, ließen wir uns dort nieder.
Es ist eine Surferbar und an dem ganzen Strandstück sind überall verdammt heiße Surfer auf den Brettern unterwegs und etliche genossen mit uns auf der Terrasse den Sonnenuntergang, natürlich die meisten Oben ohne.
Auch wenn wir sehr lange auf unser Essen warten mussten, es hat sich absolut gelohnt! Mein Falafel-Bürger war das beste, dass ich seit langem gegessen habe!
Gleich werde ich erst einmal duschen gehen und mich und meine Jeans von Sand, Salz und Sonnencreme befreien.

Tag 2

Heute war ein sehr unproduktiver Tag. Zu lange geschlafen, zu lange nichts gemacht, zu wenig gelernt, zu wenig aufgeräumt (aber immerhin ein wenig).
Aber ich habe meine IPod wieder gefunden, naja eigentlich sogar beide, aber den einen habe ich sofort wieder verlegt. Dank Pat, die mir itunes eingerichtet und in den Grundzügen erklärt hat, war ich sogar in der Lage neue Musik auf ihn zu ziehen und so kann ich morgen auf der Fahrt Musik hören und am Strand in den nächsten Tagen, wenn es hoffentlich sonnig wird...
Mit packen habe ich immer noch nicht angefangen, aber ich habe meine Wäsche gewaschen. Und sie aus Zeitmangel in den Trockner gesteckt. (Ja, ich weiß unglaublich ökologisch, aber es musste sein...ich bin halt faul...).
Als ich unten in den Wäschekeller kam sah ich sofort den großen, schwarzen Fleck in dem einzigen Wäschekorb, der genau vor dem Trockner stand.
Eine Spinne.
Eine fette, schwarze Spinne. Ja, ich leide unter einer mittelstark ausgeprägten Arachnophobie und ja, ich weiß, dass es total irrational ist, da ich weder angst vor Schnecken noch vor Insekten habe und Spinnen nur mit 2 Beinen mehr als besagte ausgestattet sind. Aber Spinnen sind unglaublich widerlich! Man kann sie folgendermaßen beschreiben: Ein Tier, mit 6 Augen und 8 haarigen Beinen und 2 großen Giftzähnen und der Körper ist gepanzert und ebenfalls haarig! Nur weil man die Große verschweigt, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht widerlich sind.
Denn jede Spinne ist giftig! Und Zecken und Skorpione ins auch Spinnentiere.
Naja, jedenfalls saß eine besonder widerwertige Vertreterin dieser Art genau in meinem Wäschekorb und sie musste da raus. Todesmutig nehme ich den Korb, drehe ihn über der Waschmaschine um und versuche das Monster hinter die Waschmaschine zu schütteln.
Aber natürlich bleibt sie im Korb hängen und natürlich muss ich sie da raus schütteln und natürlich seit sie sich dann ab und natürlich landet sie AUF der Waschmaschine. Doch anstatt wenigstens nach hinten zu krabbeln, krabbelt das Mistvieh nach vorne und von dort auf den Boden und natürlich krabbelt sie dann nicht weiter sondern bleibt vor der Waschmaschine sitzen und zwar vor der rechten Ecke, also fast vor dem Trockner, wo ich ran muss.
Den Blick auf das Ding gerichtet hole ich so schnell wie möglich meine Wäsche aus der Trommel und beginne dabei augenblicklich all die Weberknechte um mich herum zu mögen. Das schwarze Vieh starrt mich an und ehe es auch nur die Möglichkeit hat, mich anzuspringen ziehe ich den Korb weg und sprinte nach oben.
Mein Herz rast immer noch und ich bekomme bei dem Gedanken an dieses mörderische Vieh eine Gänsehaut, aber gleichzeitig bin ich unglaublich stolz auf mich, mich ihm gestellt zu haben.
Jetzt muss ich noch meinen Koffer Packen, vielleicht mache ich das auch morgen früh...mal sehen.

Dienstag, 12. Juli 2011

Tag 1

Dies ist mein erster Blogeintrag. Ich werde das schreiben, was ich erlebe, was ich fühle, denke, sehe, will.
Dabei werde ich versuchen, das in Worte zu fassen, was in meinem Kopf vorgeht und schon jetzt weiß ich, dass es mir nie 100 % gelingen wird. Alles hier wird ehrlich sein, direkt, offen. Es geht mir nicht darum gelesen zu werden oder Anerkennung zu bekommen, sondern es ist einfach ein Versuch etwas mehr Ordnung in meinen Kopf zu bekommen.
Ich werde mich bemühen jeden Eintrag nach den Regeln der deutschen Sprache zu schreiben, doch je nach meiner Stimmung kann deren strikte einhalten auch mal stark schwanken. Falls dies jemandem nicht passt hat er oder sie Pech gehabt.


8:30. Der Wecker klingelt, es fühlt sich grausam an. Schläfrig tastet meine Hand nach dem Handy und drück wahllos solange irgendwelche Tasten, bis das Signal endlich verstummt. Ich quäle mich aus meiner schützenden Decke hinaus in einen Tag in der Welt der Behörden.
Frühstück: Eine Schale Haferflocken, ein Glas Orangensaft und ein Glas Milchkaffee mit gutem Espresso.
Bad, Tasche greifen und zum Bus rennen.
9:30 verlasse den Bus und betrete den Behördenturm.
Trage an der Information mein Anliegen vor, 7. Stock.
Nein, hier sei ich falsch, da ich ja noch zur Schule gehe, 6.Stock.
Klopfe an der Tür, soll kurz warten. Eine halbe Stunde später werde ich dann hereingebeten. Packe mein Buch rasch ein, trage erneut mein Anliegen vor und darf mit einen 10 minütigen Vortrag, der 5 mal aus dem gleichen Inhalten in einer anderen beamtendeutschen Formulierung besteht, anhören. Nicke und lächle freundlich. -Ja, das verstehe ich alles und ist mir bewusst, aber was kann ich denn sonst machen?
- Sie müssen in den 7. Stock. Die helfen ihnen. - Da war ich, die haben mich zu ihnen geschickt.
Gehen zusammen in den 7. Stock. Bloß nicht das Ziel aus den Augen verlieren und ruhig bleiben. Er erklärt seiner Kollegin, warum sie zuständig sei, sie nickt, er geht.
Sie erklärt mir, dass ich hier trotzdem falsch sei und zum Jobcenter müsse, gibt mir die Adresse.
Zurück an die Info, frage wie ich mit dem Bus dort hinkomme. Erfahre, dass sie umgezogen sind und bekomme neue Adresse.
Warte auf den Bus, steige aus.
11:30. Das neue Jobcenter ist versteckt in einem Gebäude im Industriegebiet, welches es sich mit einem Autohaus teilt, Schilder sind ja auch völlig überbewertet und keiner will wissen wo das ist. Finde es schließlich doch. Schlange stehen an der Info.
Bekomme Name und Raumnummer von den zuständigen Herren. Ich habe glück und er ist noch da und hat direkt Zeit. Erkläre ihm mein Anliegen, er hört zu und nickt verstehend, seufz aber leise. Oh nein!
Ich müsse erst zum Jugendamt, die müssen das bestätigen und eine Bescheinigung ausstellen. Vorher könne er nichts machen.
NEIN! Meine Sachbearbeiterin glaubt mir kaum. Ist heute eh nicht mehr da.
Er notiert sich schon einmal meinen Namen, wünscht mir Glück. Ich bedanke mich und gehe.
Fahre zu einer Freundin, kochen, reden, lachen. Sie gibt mir die Parisbilder.
Fahre gegen halb 6 zurück, muss noch etwas abgeben.
Ich steige aus dem Bus aus und es regnet. Ein breites breites Lächeln huscht über meine Züge. Ich stelle mich in den Regen, den Kopf in den Nacken gelegt und genieße die warmen Tropfen die mir den klebrigen Schweiß von der Haut waschen. Es stört mich gar nicht, dass dabei meine Kleidung ebenfalls nass wird, meine Haare. Ich laufe mit einem Ohrwurm durch die Straßen.
Pigeon John- The Bomb
Lege die Weste vor die Tür und gehe zurück. Die Altstadt wimmelt von jungen Engländern, um mich herum ertönt aus jedem Winkel ein stark britisch akzentuiertes English.
Und der Bus fährt vor meiner Nase weg. Macht nicht, lese ich halt.
Zu Hause und völlig durchnässt, aber glücklich. Unnötige Diskussion mit it. Offensichtlich hat sie angst, dass ich es schaffe auszuziehen, erfahre zufällig durch ein Telephonat, dass sie führt, dass sie sich einen Zahn abgebrochen hat, Sonntag mein Notdienst und heute beim Zahnarzt. Aber ich bin Schuld, das das mit uns nicht klappt, ist klar!
Mails, Facebook, ect.
kino.to is back!
Neuer Ohrwurm, in Dauerschleife.


Schaue mir die Parisbilder an.  Endorphine jagen durch meinen Körper bei der Erinnerung an den Louvre.
Bleibe bei einem Bild hängen. 
John Martin- Le Pandemonium
Google den Künstler und sehe mir seine anderen Werke an.
Bekomme bei einem plötzlich eine Gänsehaut und muss weinen, warum, weiß ich nicht genau. Die Farben, die Leuchtkraft, die Verzweiflung und gleichzeitige Hoffnung, die es ausstrahlt.