Ich habe keine Ahnung, was normal ist.
Ich weiß nicht, wie es ist in einer Familie zu leben, wie es ist auf Familienfeiern zu müssen oder sich mit den Geschwistern zu streiten. Ich weiß auch nicht, wie es ist, sich um Geld keine Sorgen machen zu müssen.
Ich weiß nicht, wie es ist, sich spontan mit Freunden abends noch in einer Kneipe zu treffen, wie es ist am Wochenende regelmäßig feiern zu gehen und es als alltäglich zu betrachten.
Ich weiß auch nicht, wie es ist, irgendwo zu wohnen, wo alles in Ordnung ist, wie es ist mit gesunden Menschen zusammen zu leben.
Kurz: Ich weiß nicht, wie es ist so etwas wie ein normales Leben zu leben. Egal, ob es als Streber und Stubenhocker ist oder als beliebtes Parteygirl.
Und genau das kotzt mich zur Zeit extrem an. Neben vielem anderen.
Es kotzt mich an, weil ich mit Menschen, die das Privileg eines solchen Lebens haben, verglichen und gleichgesetzt werde. Ich soll genau so gut funktionieren wie sie, ich soll die gleichen Leistungen erbringen und mich genau wie sie auf die Schule konzentrieren. Das wäre den anderen ja sonst unfair gegenüber.
Ja, klar, weil ich ja auch genau so viel Kraft und Energie und Zeit wie alle anderen für die Schule aufbringen kann. Weil ich mich ja auch nicht mit einem arschigen Vermieter rumschlagen muss, alleine einkaufen, kochen, putzen, Wäsche waschen und Papierkram erledigen muss. Weil ich ja auch Eltern habe, die mich überall hinfahren und nicht auf das Rad oder meine Füße angewiesen bin.
Fick euch einfach und haltet die Fresse!
Von den Menschen, die das von mir verlangen hat nicht einer in den letzten 3 Monaten mal gefragt, wie es mir geht! NICHT EINER!