Der 14. Februar ist das alljähliche, übelkeitserreden kitschige Schlachtfest des Kommerz, an dem dem alle Pärchen auf Knopfdruck glücklich sind und der soziale Status in Blumen und Pralinen aufgewogen wird.
In meinen Augen alles mehr als Lächerlich, weswegen ich eigentlich jedes Jahr froh bin, wenn ich mich an diesem Tag so gut wie möglich vor dem Rest der Welt verstecken kann.
Dieses Jahr ist mir das äußerst gut gelungen.
Kein Radio, kaum soziale Netzwerke und seit 4 Tagen die Stadt als solches gemieden.
Ok, ich gebs zu, es ist scheiße am Valentinstag alleine rumzuhängen, wenn alle anderen sich herzen und lieben auch, wenn alles nur gespielt ist.
Liege also zu Hause auf dem Sofa und lese da klingelt mein Handy. (Ein Wunder, dass ich es gehört habe.)
'Wo ist heute Abend noch mal das Kurstreffen?'
'Ehm...Kurstreffen?'
'Ja, Deutschkurstreffen, heute.'
'DAS IST HEUTE? Ernsthaft?'
'Jaha! Also, wo ist das?'
'Im Circus, glaube ich...aber wann??'
'Um halb 8, bis dann!'
Ich starre mein Handy einen moment verdattert an, dann blicke ich auf die Uhr. Ich habe genau 15 Minuten um mich umzuziehen und zum Bus zu sprinten um pünktlich zu meinem Date zu kommen!
Zur Erklärung:
Ich liebe meinen Deutsch-LK. Wir sitzen dort mit 9 intelligenten Menschen in entspannter Runde unter den Augen des Gottlehrer (DocMartins, Röhre, Bandshirt und Lindenstraßenjutebeutel). Donnerstag ist traditioneller Weise Kuchentag. Jede Woche, ohne Ausnahme. Jeder sagt das, was er denkt, ohne verurteilt zu werden, Hausaufgaben gibt es nur alle 2 Monate und meist drüfen wir uns individuell die Themen aussuchen. Finden wir eine Lektüre kollektiv scheiße, lesen wir halt was anderes, usw.
Nach und nach quetschen wir uns alle an den reservierten Tisch, es sind mehr, als gedacht, da diverse Menschen noch getroffen wurden. letztendlich sind wir 13 an einem Tisch für 6.
'Tom' wird von Gottmensch bestens verarscht, wie immer. Ein Freund, kurzerhand in Paul umgetauft, von einem aus dem Kurs wird als neuer Schüler vorgestellt. Er sei seit heute auf unserer Schule, weil er von einer anderen geflogen sein, weil er einen Laden angezündet habe. 'Tom' glaubt es natürlich und Paul spielt seine Rolle grandios. Nach den ersten geleerten Gläsern und verdrückten Pizzen begeben wir uns in den Keller des von mir sehr geliebten Etablissements.
Heute Abend ist Lesecircus angesagt. Eine Premiere!
Lesecircus ist eine Veranstaltung mit Slamern, die in lustigen Spielen mit ihren Texten gegeneinander antreten, Texte einfach so vorlesen oder sonst irgendwas auf der Bühne machen. Es gibt eine Stammrunde, einen Gast und 2 'Spontanauftritte'
Gottmensch macht immer wieder Werbung für Poetry Salm und Co und ich liebe diese Kunstform sowieso schon seit Jahren.
Gemütlich zusammensitzend in den dunkeln Ecken des kleinen Raumes mit der noch kleineren Bühne, auf der Lokalmöchtegernhelden und Rhetorikgötter wie Martin Sonneborn gleichermaßen stehen, sitzen wir, der Deutschherzkurs. Und Lachen, weinen, stocken, grübeln, lächeln, schmunzeln und trinken.
Zu meiner mehr als großen Freude stelle ich sogar fest, dass ich hier Club Mate bekomme!
Das bekommt man sonst nirgends in dieser fuck Stadt.
In der Pause gab es dann noch das ein oder andere Pläuschchen mit den großartigen Slamern und auch die zweite Hälfte war ebenso großartig wie ich es vom Circus gewohnt bin.
Und irgendwann stolpern wir dann alle endorphingeladen aus der Tür in den leichten Nieselregen und verschwanden nach ein paar Worten des Abschiedes in die Dunkelheit.
Ob 'Tom' mittlerweile begriffen hat, was Paul nicht Paul heißt und nicht bei uns im Kurs ist (auch, wenn er gut da reinpassen würde) werden wir noch sehen.
Mittwoch, 15. Februar 2012
Sonntag, 5. Februar 2012
Brücke nach Terabithia
Bei diesem unglaublich tollen Wetter hat es mich heute wieder einmal nach draußen gezogen. Ohne Hund, da dieser natürlich nicht den Besuch alleine lassen konnte.
In meinen innig geliebten Matschboots, dicker Jacke und im Schal vergraben bin ich durch das Dorf hoch, über wiesen und Felder, durch den Wald auf den ehemaligen Truppenübungsplatz gelaufen. Die tiefstehende Sonne hat alles in ein unwirkliches Gold getaucht und die Kälte hat im Laufe der letzten Tage jede Pfütze in eine glitzernde Miniatureislaufbahn verwandelt.
Ein Teil des Übungsplatzes wird heute gelegentlich von Motorsportfreunden als Rennstrecke benutzt, also ist hier eine riesige Erdfläche mit Hügeln, Sprungschanzen und Kratern.
Bei diesen Temperaturen ist die Erde natürlich steinhart gefroren und abermillionen winziger Eiskristalle lassen sie glitzern.
Die Krater sind normalerweise immer mit Wasser gefüllt, doch bei diesem Wetter sind sie komplett zugefroren, sodass man darauf im warmen Sonnenschein schlittern kann.
Was ich natürlich gemacht habe! In meinen Schlammboot. Laut und fröhlich, vielleicht ein klein wenig verrückt, lachend und drehte mich und lachte und lag dann schließlich prustend lachend auf der Eisfläche und genoss den Moment.
Ich bin durch das ganze Gebiet gerannt und kam mir vor wie eine Kreuzung aus Dr. Henry Walton Jones, Jr. und einem kleine Kind, dass die große weite Welt erkundet, die eigentlich gar nicht so groß ist.
Oben, auf einer der Sprungschanzen stand ich dann einfach eine Weile, drehte mich sprachlos von der Schönheit des Augenblicks während die tiefstehende Sonne mein Haar in ein glühendes Gold tauchte. Überall in der eintönig braunen, unebenen Landschaft glänzten Weise Eisflächen, die nur darauf warteten, dass man auf ihnen schlittert.
Nach bestimmt einer Stunde hatte ich jede dieser Flächen beschlittert, natürliche lachend und singend und war froh, dass mich niemand sehen konnte. Hätte ich vermutlich eh nicht gemerkt.
Irgendwann fand ich dann noch ein Stahlseil und als mein Kopf durch die Kälte anfing so zu schmerzen, dass ich es nicht mehr ignorieren konnte machte ich mich, ein wenig traurig auf den Rückweg.
Morgen werde ich diesem magischen Land einen erneuten Besuch abstatten und es mit meinem Jauchzen erfüllen.
In meinen innig geliebten Matschboots, dicker Jacke und im Schal vergraben bin ich durch das Dorf hoch, über wiesen und Felder, durch den Wald auf den ehemaligen Truppenübungsplatz gelaufen. Die tiefstehende Sonne hat alles in ein unwirkliches Gold getaucht und die Kälte hat im Laufe der letzten Tage jede Pfütze in eine glitzernde Miniatureislaufbahn verwandelt.
Ein Teil des Übungsplatzes wird heute gelegentlich von Motorsportfreunden als Rennstrecke benutzt, also ist hier eine riesige Erdfläche mit Hügeln, Sprungschanzen und Kratern.
Bei diesen Temperaturen ist die Erde natürlich steinhart gefroren und abermillionen winziger Eiskristalle lassen sie glitzern.
Die Krater sind normalerweise immer mit Wasser gefüllt, doch bei diesem Wetter sind sie komplett zugefroren, sodass man darauf im warmen Sonnenschein schlittern kann.
Was ich natürlich gemacht habe! In meinen Schlammboot. Laut und fröhlich, vielleicht ein klein wenig verrückt, lachend und drehte mich und lachte und lag dann schließlich prustend lachend auf der Eisfläche und genoss den Moment.
Ich bin durch das ganze Gebiet gerannt und kam mir vor wie eine Kreuzung aus Dr. Henry Walton Jones, Jr. und einem kleine Kind, dass die große weite Welt erkundet, die eigentlich gar nicht so groß ist.
Oben, auf einer der Sprungschanzen stand ich dann einfach eine Weile, drehte mich sprachlos von der Schönheit des Augenblicks während die tiefstehende Sonne mein Haar in ein glühendes Gold tauchte. Überall in der eintönig braunen, unebenen Landschaft glänzten Weise Eisflächen, die nur darauf warteten, dass man auf ihnen schlittert.
Nach bestimmt einer Stunde hatte ich jede dieser Flächen beschlittert, natürliche lachend und singend und war froh, dass mich niemand sehen konnte. Hätte ich vermutlich eh nicht gemerkt.
Irgendwann fand ich dann noch ein Stahlseil und als mein Kopf durch die Kälte anfing so zu schmerzen, dass ich es nicht mehr ignorieren konnte machte ich mich, ein wenig traurig auf den Rückweg.
Morgen werde ich diesem magischen Land einen erneuten Besuch abstatten und es mit meinem Jauchzen erfüllen.
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