Donnerstag, 31. Januar 2013

Was ist schon 'normal'?

Ich habe keine Ahnung, was normal ist.
Ich weiß nicht, wie es ist in einer Familie zu leben, wie es ist auf Familienfeiern zu müssen oder sich mit den Geschwistern zu streiten. Ich weiß auch nicht, wie es ist, sich um Geld keine Sorgen machen zu müssen.
Ich weiß nicht, wie es ist, sich spontan mit Freunden abends noch in einer Kneipe zu treffen, wie es ist am Wochenende regelmäßig feiern zu gehen und es als alltäglich zu betrachten.
Ich weiß auch nicht, wie es ist, irgendwo zu wohnen, wo alles in Ordnung ist, wie es ist mit gesunden Menschen zusammen zu leben.
Kurz: Ich weiß nicht, wie es ist so etwas wie ein normales Leben zu leben. Egal, ob es als Streber und Stubenhocker ist oder als beliebtes Parteygirl.
Und genau das kotzt mich zur Zeit extrem an. Neben vielem anderen.
Es kotzt mich an, weil ich mit Menschen, die das Privileg eines solchen Lebens haben, verglichen und gleichgesetzt werde. Ich soll genau so gut funktionieren wie sie, ich soll die gleichen Leistungen erbringen und mich genau wie sie auf die Schule konzentrieren. Das wäre den anderen ja sonst unfair gegenüber.
Ja, klar, weil ich ja auch genau so viel Kraft und Energie und Zeit wie alle anderen für die Schule aufbringen kann. Weil ich mich ja auch nicht mit einem arschigen Vermieter rumschlagen muss, alleine einkaufen, kochen, putzen, Wäsche waschen und Papierkram erledigen muss. Weil ich ja auch Eltern habe, die mich überall hinfahren und nicht auf das Rad oder meine Füße angewiesen bin.
Fick euch einfach und haltet die Fresse!
Von den Menschen, die das von mir verlangen hat nicht einer in den letzten 3 Monaten mal gefragt, wie es mir geht! NICHT EINER!

Montag, 12. November 2012

Handgeschrieben

Momentan wird mein Leben von einer nicht vergehen wollenden Müdigkeit. Egal, was ich mache, wie viel ich schlafe, wie viel Kaffee ich trinke, sie will nicht aus mir weichen. Wie ein Dämon, der immer mehr Besitz von mir ergreift.
Ich bin zu müde um Mails zu beantworten, um zu lernen, um aufzuräumen oder um aufzustehen. Ja sogar zum Backen bin ich manchmal zu müde. Vor allem bin ich zu müde mich mit Dingen und mir selbst auseinander zu setzten. Oder mich zu erklären. Dafür fehlt einfach die Kraft.
Stattdessen liege ich auf meiner Bettinsel und starre auf den Bildschirm meines Laptops ohne wirklich mitzubekommen, was in den Serien, die auf mich einrieseln eigentlich wirklich geschieht. Sie dienen nur der Illusion, das sich etwas tut.
Immer, wenn mein Blick auf meine Hände fällt, steigen mir Tränen in die Augen. Heißt es nicht, dass die Hände alles über einen Menschen verraten?
So erscheint es mir bei meinen zumindest. Auf den ersten Blick sind die kräftig, nicht rissig, aber dennoch nicht völlig unbenutzt. Doch die Nägel sind abgekaut und rissig, die Nagelhaut spröde und immer wieder bilden sich neue, entzündete Fetzen. Die Innenseiten sind stark zerfurcht, die Haut immer so gespannt, dass sie im Licht schimmert. Sobald ich sie jedoch bewegen schreien sie förmlich nach mehr! Sie wollen benutzt werden, zeigen, was sie können und wie beweglich und stark sind. Und gleichzeitig wissen wie nicht, was sie wollen. Sie wollen gestreckt und gedehnt werden doch gleichzeitig etwas festhalten, umklammern und nicht mehr loslassen, aber es darf die Faust nicht am Schließen hindern. Und letztendlich bleiben sie dann doch schlaff liegen.
So wie meine Arme, meine Beine, mein Körper, mein Kopf und mein Ich.
Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Egal, was mir in den Sinn kommt, mir fehlt die Kraft, der Antrieb.
Ich will eigentlich nur liegen bleiben und weiter auf den Bildschirm mit den unklaren, bunten Bildern starren und die Tränen, wie niemals über meine Haut rollen, wegblinzeln.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Es wird mal wieder Zeit, dass ich meine Gedanken verbalisiere, ohne, dass ich mich dafür rechtfertigen muss, ohne, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, weil sich Menschen um mich sorgen machen.
Momentan wird mir alles, ausnahmslos alles zu viel! Mein Kopf ist so voll und gleichzeitig absolut leer. Ich habe das Gefühl, als würden all die Gedanken, die ich verzweifelt versuche zu verdrängen, weil sie mich nur lähmen, meine Synapsen verstopfen, sodass nichts vernünftiges, brauchbares mehr durchkommt. Ich lese kaum noch, weil ich jede Zeile 3 Mal lesen muss, bevor sie in meinem Kopf wirklich ankommt und das kotzt mich an! Wenn ich könnte, würde ich jedes mal heulen.
Morgens ist mein Körper so schwer und müde, dass es mir imemr öfter wirklich schwer fällt überhaupt aufzustehen. Denn eigentlich will ich nicht in die Schule. Ich will nicht zu den Menschen, die mir sagen, ich soll mich nicht so anstellen, die mir sagen, ich solle früher ins Bett gehen, wenn ich müde bin, die mir sagen, ich muss Verständnis dafür haben das manche eben kein Verständnis für mich und  meine 'Situation' haben.
Nichts läuft so, wie es sollte. Mit der Wohnung ist irgendwie ständig irgendwas, und sei es nur eine Kleinigkeit. Und natürlich bin ich diejenige, die immer mit dem Vermieter telephonieren muss, weil die anderen beiden das nicht hinbekommen.
Ich hasse es auch, wenn ich nach Hause komme, frage, ob jemand da ist und N. mir nicht antwortet und ich teilweise erst nach Stunden merke, dass sie da ist. Oder wenn sie nach Hause kommt und nicht einmal Hallo sagt. Aber ich habe keine Kraft mit ihr darüber zu streiten.
Ich habe allgemein keine Kraft mich mit irgendjemanden auseinander zu setzten. Stattdessen laufe ich davor weg, was alles vermutlich nur noch schlimmer macht. Aber ich kann momentan nicht anders.
Ich kann noch nicht mal mit meinen Freunden reden. Ich habe nicht die Nerven ihnen hinterher zu rennen und sie anzubetteln, dass sie sich Zeit für mich nehmen, denn von alleine kommt da nichts. Ich will sie aber auch nicht belasten.
Es ist einfach alles scheiße momentan und ich bin absolut überfordert mit meinem Leben. Noch dazu kommt, dass immer wieder diese eine Person in meinen Gedanken rumgeistert, die sagte, ich solle mich nicht in sie verlieben. Dabei bin ich doch eigentlich total beziehungsunfähig!
Ich kann nicht vertrauen, niemandem, noch nicht einmal mir und trotzdem.
Wenn ich könnte, würde ich meine Bettinsel nicht verlassen, denn hier habe ich alles, was ich brauche: Eine Decke unter der ich mich sicher fühle und meinen Laptop mit Stromverbindung.
Aber das geht ja nicht. Denn dann machen sich Menschen 'Sorgen' und ich muss mich erklären, obwohl es sie doch eigentlich gar nicht interessiert!
Vielleicht wird morgen nach dem Termin alles ein bisschen besser...vielleicht.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Neues aus dem Fuchsbau





Ich war gestern im verlassenen Fuchbau und habe ein paar Bilder gemacht.
Vielleicht versteht man so besser, warum ich diesen Ort liebe, so skuril er auch ist.

Sonntag, 22. Juli 2012

Tage, die aus dem Kalender gestrichen werden sollten

Heute ist einer dieser Tage, die ich am liebsten aus dem Kalender und vor allem aus meinem Gedächtnis streichen möchte.
Nicht nur, dass ich nach 2 wundervollen Tagen wundervolle Menschen verlassen musste, nein, die Zugfahrt war nicht gerade toll, nicht nur, dass ich angeschwiegen wurde und eine schlecht gelaunte Person neben mir saß, nein, irgendjemand hatte sich auch noch auf die Gleise geworfen, weswegen wir eine gefühlte Ewigkeit auf den Gleisen hingen. Zu Hause angekommen wurde mir dann mitgeteilt, das das Klo wohl immer noch verstopft sei und ich morgen doch bitte den Klempner anrufen solle. Warum meine Mitbewohnerin das nicht gemacht hat, bevor sie gefahren ist, kann ich mir auch nicht erklären. Dann kommen die Handwerker morgen irgendwann zwischen 7 und 12 und als die Herdplatte nicht ging habe ich fast einen Nervenzusammenbruch bekommen. Ich ertrage es nicht sonderlich gut, nach einem Festival alleine zu sein. Ich mag es ein Teil einer riesigen, gesichterlosen Masse zu sein, mich im Strom der Menschen und Emotionen fallen zu lassen und nicht denken zu müssen. Einfach Spaß zu haben. Wenn ich dannach völlig alleine bin, ist es noch schlimmer, als sonst alleine zu sein. Und ich vermisse die Menschen vom Wochenende einfach ganz schrecklich!
Dann rief auch noch dieser schrecklich sympathische Typ an, der sich die WG angucken wollte und das Mädchen, welches eigentlich einziehen will, hatt immer noch nicht unterschrieben und es ist einfach alles zu viel, weil da dieses schreckliche Loch in der Decke ist und ich mit allem Überfordert bin, aber nicht weiß, wie ich das in den Griff bekommen soll, ohne die Menschen, die ich Liebe und die ohnehin schon genug Probleme haben, noch mehr zu belasten.
Noch dazu kommt, dass ich, sobald etwas nicht auf Anhieb funktioniert, panisch werde, in der Angst, dass auch dieses Teil kaputt ist. Und bei jedem der schweren Schritte meiner Nachbarn in der Wohnung über mir habe ich Angst, die Decke fällt mir gleich buchstäblich auf den Kopf.
Ich will einfach nach Hause, dich ich weiß nicht wo das ist und an den einzigen Ort, an dem ich mich bis jetzt immer gut gefühlt habe traue ich mich nicht, weil dies früher oder später ein Seelenstripties bedeuten würde, was einfach immer schockierend wäre und ich dann dort nie wieder hin könnte, zumindest rede ich mir das ein.
Ich hätte jetzt auch gerne jemanden hier, der mich einfach in den Arm nimmt, mir den Kopf krault und mich ganz vielleicht sogar küsst. Stattdessen habe ich die halbe Flasche Sekt über mich und das Bett gekippt und trinke jetzt billigen Korn.

Sonntag, 1. Juli 2012

Die Pro-Contra-Liste ohne Contra

Momentan ist alles mittelmies bis scheiße. Ich muss ausziehen und will das eigentlich gar nicht. Deswegen habe ich beschlossen eine reine Pro-Liste zu schreiben, weil ich sonst massenweise mehr Contra finden würde.
Pro:
-Kommen und gehen ohne mich an- oder abmelden zu müssen
- nachts duschen können
- kochen und essen, wann immer ich will
- spontan Freunde einlanden können
- keine weißen Hundehaare mehr auf der Kleidung
- größeres Zimmer
- öfter ins Theater gehen
- mit dem Rad zur Schule fahren können
- schneller in der Stadt und an den Flüssen sein
- näher an Pat
- komme auch mitten in der Nacht noch nach Hause
- ich kann kommen und gehen, wann ich will

Das schlimme ist ich finde zu jedem Pro-Argument mindestens 5 Contras. Ach das ist doch alles scheiße!

Samstag, 30. Juni 2012

Sommer

Seit ein paar Wochen hat der Sommer hier Einzug gehalten. Der Garten hat sich in ein Farbenmeer verwandelt, tagtäglich finde ich neue, mir bis dato fremde Insekten, die Frösche geben jeden Abend ein Konzert und ich bin sowas wie braun. Meine Haut duftet nach Sonnenschweiß und meine Sommersprossen ploppen nur so auf. Zu Hause trage ich schon lange keine Schuhe mehr, morgens werde ich von dem mich kitzelnden Sonnenstrahlen, die schon morgens im Bett meine haut küssen, geweckt und fast jeden abend weht von irgendwo her der Geruch von einer Grillfeier gepaart mit fröhlichem, alkoholschwangerem Lachen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle zaubern Kreidekunstwerke mir immer wieder ein lächeln auf die Lippen und die Temperaturen verführen mich immer wieder dazu eine sehr kurze Hose oder gar ein Kleid zu tragen. Immer dann, wenn es unerträglich drückend wird reißt der Himmel plötzlich auf und ein von Donnern und Blitzen begleiteter Regenguss nährt die Pflanzen, ehe sie vertrocknen können.
Ja, jetzt gerade mag ich den Sommer. Schon morgen kann ich sein, dass ich über die Hitze jammere oder über meinen ersten, richtigen Sonnenbrand dieses Jahr oder über die Mückenstiche. Aber jetzt, genau jetzt finde ich das alles großartig.