Vor einer Woche durfte ich wieder in eine wundervolle Seifenblase mit meiner persönlichen grünen Zuckerwattewelt eintauchen. Wie man vielleicht schon gemerkt hat interessiere ich mich für Politik und bin auch aktiv in der Grünen Jugend.
Letztes Wochenende war mal wieder der Bundeskongress (BuKo) und das heißt fast 400 junge Leute aus ganz Deutschland von 12 bis 27, die alle ökologisch denken treffen im Schutze einer Schule zusammen und diskutieren über echte Politik bis tief in die Nacht.
Jedes größere Treffen der GJ ist für mich immer ein wenig wie eine grüne Zuckerwattewelt, da man sich nicht mit ignoranten Kapitalisten auseinandersetzten muss, man wird nicht schräg angeguckt, weil man kein Fleisch ist, im Gegenteil! Das Essen dort ist sogar (fast) immer vegan und sehr lecker! Allgemein ist die kulinarisch Versorgung immer recht gut, neben ökologischem, veganen Essen gibt es auch immer Massenweise Wasser aber auch Fritz Cola und Club Mate, die nicht nur großartig schmecken sondern auch dafür sorgen, dass man halbwegs wach bleibt, denn zu mehr als 5 Stunden Schlaf kommt man in der Regel nicht, meist sind es sogar nur 2 oder 3, weil man nachts nach den Debatten noch mit Leuten zusammensitzt und lacht und tanzt und Spaß hat.
Und die Leute dort sind alle so wundervoll! Man kennt anfangs kaum jeden, aber dennoch ist es wie ein riesiges Familientreffen, man kann einfach mit allen total entspannt reden und lachen auch wenn man manchmal anderer Meinung ist, man wird einfach akzeptiert, genau so, wie man ist und genau das macht das alles so wundervoll. Man braucht sich nicht zu verstellen und es wird auch nicht über einen gelästert, wie ich es sonst aus der Schule kenne.
Es waren auch einige internationale junge Grüne da aus Spanien, Frankreich, England und Belgien, mit denen ich mich auch wundervoll unterhalten habe. Über Politik, über die Situationen in ihren Ländern, über Musik, Zukunft und Philosophie und das alles sehr seriös mit jeder Menge Humor.
Auch immer wieder toll ist, dass sich immer jemand freiwillig für Aufgaben meldet und zwar immer andere, ganz gleich ob für Wahlkommission, Spüldienst, Aufbau oder Aufräumen. Es ist einfach für alle selbstverständlich zu helfen.
Natürlich ist es auch manchmal anstrengend gewesen, gerade wenn von morgens 9 Uhr bis um 2 oder 3 Uhr Nachts diskutiert wird, aber man muss und will auch nicht immer dabei sein. Wenn man nicht mehr will geht man entweder einfach aus der Halle, spielt ein wenig mit dem Smartphone oder Laptop rum oder legt den Kopf einfach auf die Schulter von Sitznachbarn und schläft. Allgemein ist die Atmosphäre wundervoll entspannt.
Natürlich kann man auch sehr aktiv mitdiskutieren, wenn man mit etwas nicht einverstanden ist oder einfach seinen Senf dazugeben will geht man einfach nach vorne ans Mikro und sagt seine Meinung, dann erntet man entweder wedelnden Hände, die nach oben zeigen, oder welche, die nach unten deuten, denn so zeigt die GJ ihre Zustimmung bzw Ablehnung. Für jeden verständlich und ohne jemanden zu stören. Man gewöhnt sich daran sogar so schnell, dass es einem oft passiert in der Woche nach einem GJ-Wochenende im Unterricht blöd angeguckt zu werden, weil man mit den Händen wedelt.
Grüne Jugend ist mittlerweile ein Teil meines Lebens. Sie bedeutet für mich Freundschaft, Spaß und Veränderung. Nicht nur in der Politik, sondern auch für mich selbst. Ich bekomme einfach viel mehr mit, lerne Veranstaltungen wie Konzerte, Demos und Aktionen zu organisieren, Pressemitteilungen zu schreiben und vor allem habe ich unglaublich viele neue Freunde kennen gelernt.
Und gerade weil alles so wundervoll ist fällt der Abschied immer besonders schwer und oft rollt auch die ein oder andere Träne, da man weiß, dass man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit erst in einem halben Jahr auf dem nächsten Buko wiedersehen wird oder auf einer der vielen Demos, bei denen die GJ immer vertreten ist wie z.B. einer Castorblockarde wo man uns in Zukunft nicht nur an der Fahne sondern auch an unserem neu erstandenem Pferd erkennen kann. (Niemand weiß so genau, wo es herkommt, aber es wird wundervoll gepflegt!)
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