Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir eine Ehre sie alle beim ersten von hoffentlich vielen BMA's begrüßen zu dürfen.
Zunächst einmal, bei dieser Veranstaltung wird nicht die beste aller Mütter gewählt, es ist mehr eine Verleihung ähnlich der Goldenen Himbeere. Aber bitte, warten sie und gehen sie noch nicht, ich bin sicher, diese Veranstaltung wird durchaus interessant für sie! Naja vielleicht auch nicht, aber seine wir doch einfach mal ein wenig optimistisch!
Der diesjährige BMA geht an eine Person, eine Frau, soviel kann ich schon einmal verraten. Ja, eine große Überraschung, dass der Best Mom Award an eine Frau geht!
Die diesjährige Gewinnerin ist eine ganz besondere Frau, seit nun mehr 17 Jahren "kümmert" sie sich um ihre einzige Tochter. Dabei erduldet sie keinerlei Widerworte oder andere Meinungen, egal wie antiquiert und eingestaubt ihre Ansichten auch sein mögen. Jegliche Diskussion "gewinnt" sie mit ihrem größtem Trumpf:
"Ich bin deine Mutter, und du hast das zu tun, was ich sage!" Genial oder?
Wiedersetzt sich ihre ach so pubertäre Tochter dennoch, greift sie im Gegensatz zu vielen anderen gandenlos durch, auch wenn es mit mehrwöchigem Internetverbot oder einer Polizeieskorte für die Tochter von einer Freundin nach Hause endet. Gegen jegliche Art von Pädagogen, Psychologen und Psychotherapeuten ist sie absolut resistent. Sie hat eine noch nie beobachtete Gabe bei Bedrängnis den bei den meisten Menschen ausgeprägten Mitleidssinn durch Schluchzer und Tränen zu aktivieren, sodass jeglicher Therapieversuch abgebrochen und vertag wird bis schließlich auch der letzte Fachmann resigniert.
Beeindruckend nicht wahr?
Ich selbst stauen immer wieder von neuem darüber! Besonders über die anfängliche Feindseligkeit, die mir dank meiner Ignoranz dem Geheule gegenüber, entgegengebracht wird. Auch ein fast Einjähriger fluchtartiger Auszug in eine staatliche Einrichtung Seitens der Tochter hat nichts bewirkt.
Einfach großartig diese absolute treue den einen Idealen, wirklich beeindruckend.
Ich erspare mir jetzt sämtliche vergleiche diesbezüglich, das wäre dann doch unangebracht, den mit ihr verglichenen gegenüber.
Und erst heute hat sie einen weiteren wundervollen Beweis ihrer Würdigkeit dieses Preises geschaffen!
Nach 4-tägiger Abstinenz von den heimatlichen Gemächern ist das erste, was sie der Tochter in scharmanter Art, wie eh und je, entgegen schleudert, als diese nach einem langen und anstrengenden Tag durch die Tür kommt:"Du hast schon wieder Haare im Abfluss vergessen"
Auf Fragen nach dem Befinden und den Erlebnissen auf der Reise wird keine Antwort gegeben und nach den Befinden und oder Bedürfnissen der Tochter wird nicht gefragt, nicht, was es neues in der Schule gibt, nicht, warum sie so müde ist und warum sie so spät erst aus der Schule kommt, den gestrigen Konzertbesuch hat sie vermutlich nicht einmal wahrgenommen. Gekrönt wird das ganze noch von der mit einem süffisanten Lächeln geschmückten Frage, ob die Tochter, die seit Jahren vegetarisch lebt, nicht ein Stück Schinken-Salami-Pizza möchte.
Sind sie, meine werten Damen und Herren, nach diesem kurzen Einblick, sind sie nicht auch der Meinung, das der diesjährige BMA an die von mir beschrieben Person gehen muss?
Wenn nicht auch egal, ich darf ja den Prei übergeben!
Also begrüßen sie bitte mit einem tobenden Applaus meine Mutter!
It, bitte, dieser Preis steht dir wirklich zu!
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