Samstag, 30. Juni 2012

Sommer

Seit ein paar Wochen hat der Sommer hier Einzug gehalten. Der Garten hat sich in ein Farbenmeer verwandelt, tagtäglich finde ich neue, mir bis dato fremde Insekten, die Frösche geben jeden Abend ein Konzert und ich bin sowas wie braun. Meine Haut duftet nach Sonnenschweiß und meine Sommersprossen ploppen nur so auf. Zu Hause trage ich schon lange keine Schuhe mehr, morgens werde ich von dem mich kitzelnden Sonnenstrahlen, die schon morgens im Bett meine haut küssen, geweckt und fast jeden abend weht von irgendwo her der Geruch von einer Grillfeier gepaart mit fröhlichem, alkoholschwangerem Lachen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle zaubern Kreidekunstwerke mir immer wieder ein lächeln auf die Lippen und die Temperaturen verführen mich immer wieder dazu eine sehr kurze Hose oder gar ein Kleid zu tragen. Immer dann, wenn es unerträglich drückend wird reißt der Himmel plötzlich auf und ein von Donnern und Blitzen begleiteter Regenguss nährt die Pflanzen, ehe sie vertrocknen können.
Ja, jetzt gerade mag ich den Sommer. Schon morgen kann ich sein, dass ich über die Hitze jammere oder über meinen ersten, richtigen Sonnenbrand dieses Jahr oder über die Mückenstiche. Aber jetzt, genau jetzt finde ich das alles großartig.

Montag, 11. Juni 2012

Pandoras Büchse

Vielleicht bin ich auch einfach eine Art Büchse der Pandora. Von Außen wecke ich Neugierde, manchmal jedenfalls, wenn man mich öffnet, also näher kennen lernt bricht ein Haufen Dunkelheit und Probleme über einen herein, doch wenn diese sich erst einmal verzogen haben bleiben nur noch die Schönen Dinge zurück, so etwas wie Hoffnung, vielleicht sogar Liebe. Doch offenbar haben die Menschen gelernt und nur die wenigsten trauen sich, mich zu öffnen, oder es zu versuchen, aber bis jetzt hat jeder nach kurzer Zeit den Deckel geschlossen und nie die Schönen Dinge freigelegt.

Samstag, 9. Juni 2012

Tod und Verderben

Manchmal ist es so schwer mich nicht von dem Gedanken einspinnen zu lassen, dass ich eine Spur des Chaos und der Verwüstung hinter mir herzieht. Dass ich geliebten Menschen schade, auch, wenn der Gedanke noch so irrational ist.
Doch ich weiß, dass, wenn ich zulassen würde, dass dieser Gedanke besitzt von mir ergreift, ist alles verloren. Dieser Gedanke ist wie ein Dementor und es liegt an mir genügend Fröhlichkeit zusammen zu kratzen um einen Patronus hervorzurufen. 

Dienstag, 5. Juni 2012

Kopfgespenst

Jeden verdammten Tag versuche ich meine Gedanken zu ordnen, versuche das mit Frieda, mit Karin, mit Adi, mit Kate, die plötzlich wieder mit mir redet, als sei nie etwas gewesen, mit dem Umzug und der Schule in den Griff zu bekommen. Doch immer, wenn ich das halbwegs geschafft habe stielt sich dieses eine Gesicht, diese Stimme, die diesen einen Satz leise ausspricht:
'Verlieb' dich bloß nicht in mich!'
Nein, sicher nicht, als wäre dafür Platz und Zeit! Abgesehen davon weiß ich ja noch nicht mal was das ist, dieses verliebt sein. Natürlich kenne ich all die abermillionen Worte, mit denen es beschrieben wird, aber wie es wirklich ist, keine Ahnung. Und dennoch, da bist so oft du in meinem Kopf, selbst in meinen Träumen und ich weiß nicht damit umzugehen. Neben dir wirke ich wie ein dummes, kleines Kind. Vielleicht bin ich das auch einfach. Es hätte nie eine Zukunft, selbst wenn ich wüsste, was das ist. Du lebst in einer ganz anderen Welt und ich will mich sowieso niemandem zumuten. Und schon gar nicht meine Probleme.
Ah da sind sie wieder, sie verdrängen dich aus meinen Gedanken, aber selten für lange. Ich weiß nicht was schlimmer ist: Das Gefühl in den Problemen zu ertrinken oder dich in meinem Kopf rumspuken zu haben ohne zu wissen, warum.
Es macht das alles nur noch so verdammt viel komplizierter und ist dennoch irgendwie tröstlich. Aber vor allem verwirrend. Aber das ist momentan sowieso alles und jeder.
Vielleicht wünsche ich mir auch einfach etwas so sehr, was ich nie hatte und vermutlich auch nie haben werde und projiziere es auf dich. Solange du es nicht weißt, ist es ok. Oder auch nicht. ich weiß es nicht.