Dienstag, 31. Januar 2012

InstandNordlicht

Es gibt Tage, an denen würde ich mich am liebsten in meine grüne Zuckerwattewelt zurückziehen, weil ich keine Zeit habe und dann gibt es aber auch Tage wie heute, an denen ich schrecklich gestresst, aber voller lachen und Energie.
An diesen Tagen renne ich fröhlich durch die Gegend, stehts mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippe, 'tanze', wenn ich mich unbeobachtet fühle und bekomme einen Lachanfall, wenn ich die Treppe runter falle und meine Knie mal wieder bluten.
Auch eine weniger gute Note, Kommentare meiner Mitschüler oder böse Post kriegen mich dann nicht klein.
Meist habe ich solche Tage nach einem GJ-Wochenende und wenn ich viel Zeit mit den Wundermenschen meines Lebens verbringen kann.
Wenn ich glauben kann, die Welt in das Glitzern eines Nordlichtes zu hüllen. Dann macht mir Stress Spaß, dann renne ich gerne in jeder freien Minute zwischen Sekretariat, Bibliothek, Lehrerzimmer und meiner Traumwelt hin und her, dann mache ich sogar Hausaufgaben und räume auf.
Dann kommt es auch schon einmal vor, dass ich vor lachen buchstäblich unter dem Tisch liege und versuche den Hund aus meinem Gesicht zu halten,
An diesen Tagen begleitet mich stehts laute und zuckrige Musik in meinem Kopf und ein Filter lässt mich nur die leuchtendschönen Dinge wahrnehmen. Die ersten warmen Sonnenstrahlen seit Tagen, der Duft aus der Bäckerei, das Lachen der Kinder, die auf der Straße spielen, das schiefe Singen von Frieda aus ihrem Zimmer.
An diesen Tagen könnte ich die Welt verändern, wenn ich mehr Zeit hätte, denn an diesen Tagen glaube ich fest daran, dass alles möglich ist, wenn man nur will.

Leider sind diese Tage viel zu selten. Ich koste jeden Moment aus, tanze, singe, lache, schwärme und lebe.

Sonntag, 29. Januar 2012

Jammern

Momentan ist einfach alles zu viel. Ich fühle mich wie ein voller Schwamm mit dem jemand versucht eine Pfütze aufzuwischen.
Es ist nicht nur so, dass ich mehr machen müsste, sondern auch, dass ich mehr machen will, aber ich kann einfach nicht.
Und dann habe ich ein schlechtes gewissen, wenn andere mir die Arbeit abnehmen, weil diese wundervollen Menschen selbst genug Stress haben und ich sie zusätzlich belasten.
Jedes mal, wenn ich diese Wohnung betrete um mein altes Leben, zumindest das, wovon ich dachte, es sei mein Leben in Kisten und Müllsäcke zu verpacken, möchte ich einfach heulen, dich Tränen fließen schon lange keine mehr.
An ihrer Stelle tritt eine unendliche Leere, die mich betäubt und lähmt und ich schaffe es einfach nicht, irgendetwas zu machen und will einfach nur weg. Wieder zurück verbarrikadiere ich mich in meinem Zimmer und verdränge alles mit Musik.
Aber auch dann macht sich K. sorgen. Nach ein paar Stunden schickt sie F. zu mir hoch und ich lächel sie bemüht an. Zum Glück bemerkt sie das Aufgesetzte nicht.
Sie hat selbst genug Probleme.
Auch der Papierkram bleibt mir dank K. weitgehend erspart, doch das bisschen, was ich mitbekomme lässt mich auch immer und immer wieder verzweifeln.
Was hat diese Frau nur getan? Wie konnte sie behaupten, mich jemals geliebt zu haben.
Und ich kann es auch nicht rückgängig machen, weil ich sonst zu meinem Erzeuger muss.

Das ist auch wieder eine dieser wundervollen Dinge, die momentan meinen meine spinnenseiderne Psyche einzureißen drohen. Kaum war sie tot meine er, er müsse sich in mein Leben einmischen, als hätte es die letzten Jahre nicht gegeben, als wäre er immer ein Vater gewesen oder zumindest so etwas ähnliches.
Am liebsten würde ich ihn aus meinem Leben verbannen, doch das geht nicht, weil.
Weil ich meine möbel unterstellen muss, weil ich Geld brauche, weil diese scheißverfickte Bürokratie es mir nicht erlaubt!
Und dann sind da noch so wundervolle Lehrer, die mir das Leben zusätzlich zur Hölle machen. Meine Fehlstunden wolle sie nicht entschuldigen, auch wenn ich sonst nur apathisch dort sitzen würde. Wenn ich dort sitze und mich zusammen reiße, nicht aufzuspringen und alle anzuschreien, weil sie dumm und einfältig und nutzlos sind und nicht wissen, was es heißt zu leben, wirkliche Probleme zu haben, und mich einfach nicht konzentrieren kann, dann bekomme ich schlechte Noten. Uns aus mir unersichtlichen Gründen nehmen diese meine Lehrer persönlich und anstatt mir zu helfen oder mir zumindest einmal zuzuhören machen sie es einfach nur schlimmer.
Und dann sind da noch all diese anderen verwirrenden Gedanken, die sich drehen und drehen und drehen und die eigentlich gar nicht da sein sollten, weil ich es nicht kann, weil ich es nicht darf, weil dafür kein Platz in meinem sogenannten Leben ist, die dennoch da sind. Und sich drehen und mich ablenken und meine ohnehin nicht vorhandene Konzentration vollends ruinieren.
Und dabei muss ich nachdenken, über alles und jeden und überlegt vorgehen und wissen, was ich tue, da es momentan alles so unendlich wichtig für die nächsten paar Jahre ist, vielleicht für den Rest meines Lebens.
Doch es geht einfach nicht. Jede Pore ist verstopft und lässt keinen Gedankenfluss zu und von außen drückt immer noch mehr hinein und ich kann es einfach nicht aufnehmen. So sehr ich es auch versuche.