Samstag, 26. Mai 2012

Ping Pong


Und schon wieder werde ich in ein neues Leben mit aller Gewalt und Überraschung geschubst. Mal wieder ohne jegliche Vorankündigung. Hat das denn niemals ein Ende? Werde ich irgendwann jemals meinen Platz in dieser Welt finden? Den Platz wo ich hingehöre, wo ich glücklich bin und wo ich vor allem bleiben kann?
Schon als Kind hat man mich die ganze Zeit aus einer Welt gerissen und in die andere hineingestoft, egal ob ich wollte oder nicht. Und wenn ich mich gerade daran gewöhnt hatte ging das Spiel wieder von vorne los. Wenn ich jetzt so überlege, was das eigentlich immer so. Immer, wenn ich mich gewöhnt hatte, wurde ich aus dem, was ich als ‚mein Leben‘ bezeichnet hätte, rausgerissen.
Vielleicht kann ich mich deswegen so gut an neue Gegebenheiten anpassen und habe keine Ansprüche, solange man mich halbwegs in Ruhe lässt, solange man mir meine Freiheit lässt.
Mittlerweile habe ich es offenbar verinnerlicht, dass nichts bleibt, und schon gar nicht das Gute. Wozu also vertrauen und Bindungen eingehen? Wozu also Lieben, wenn es einem nach wenigen wertvollen Wochen oder mit Glück Monaten eh wieder genommen wird? Ich weiß nicht, wie es ist, jemanden bedingungslos zu lieben, jemandem zu 100% zu vertrauen, einer Person wirklich alles zu erzählen.
Ich kann das einfach nicht, ich kann keine wirklich tiefe Bindung eingehen. Vielleicht bei einer Person, aber auch nur vielleicht. Bei allen anderen schwebt immer diese Angst des verletzt und verlassen werden über mir und spukt in meinem Kopf umher. Natürlich schützt es und macht bei neuen Verlusten etwas stärker, aber es ist auch nicht schön zu sehen, wie alle um einen herum Beziehungen eingehen, von Liebe, selbst unerwiderter sprechen.
Ich möchte dieses Gefühl auch kennen und endlich meinen emotionalen Schutzschild aufbrechen.
Aber ich glaube dazu muss ich erst einmal wirkliches Vertrauen aufbauen können, dazu brauche ich ruhe und die Gewissheit, dass sich sonst nichts ändert, zumindest nichts großen, wie mein Wohnort, meine Bezugspersonen, mein Vormund, etc. Ich will Konstanten, Stabilität, damit ich diejenige sein kann, die mein Leben mit Spontanität  würzen kann, es in neue Richtungen schubsen kann.
Ich will endlich das Gefühl haben selbst über mein Leben entscheidet und nicht mein Leben über mich. Ich will endlich kein PingPong-Ball mehr sein, den ein leichter Hauch schon in eine andere Richtung stößt und der seiner Umgebung hoffnungslos ausgeliefert ist und, einmal in Bewegung gesetzt recht unkontrolliert durch die Gegend springt.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Der Fuchbau

Mein neues zu Hause ist in meinen Augen perfekt. Eben so wie der Fuchsbau. Auf den ersten Blick nichts besonderes, eher klein und ein wenig schäbig, ständig unaufgeräumt und nur verrückte aber liebenswerte Menschen dort.
Ich habe mich dazu entschlossen eine Art 'Rubrik' in meinem Blog einzurichten, in der ich anhand eines Beispieles erkläre, warum dieser Ort für mich so wundervoll ist:
Heute WhyBurrowisawesome #1

In der offenen Küche steht am großen Esstisch ein Sofa. Andere Menschen haben Bänke, wir haben ein Sofa. Und das ist absolut großartig, denn wenn man morgens noch müde runter kommt, kann man sich einen Kaffee machen und sich auf das Sofa kuscheln. Oder am Wochenende kann man sich ein riesiges Frühstück machen, überfressen und dann, ohne aufstehen zu müssen, erst mal ein Nickerchen machen. Das gleiche gilt auch für abends. Jeder kennt das Gefühl, wenn man sich an einem leckeren Essen überfressen hat und am liebsten schlafen will, aber zu faul zum Aufstehen ist. Das Problem habe ich nicht mehr. Ich kann mich einfach zur Seite kippen lassen, in die Decke kuschen und erst mal schlafen.
Oft kommt dann nach kurzer Zeit der Hund dazu und legt sich über die kalten Füße.
Jeder Mensch sollte in den Genuss einer Couch am Esstisch kommen!



Sonntag, 13. Mai 2012

Alles dreht sich momentan so schnell und ich komme nicht mit, bin wie ein Feld in einem Strom, an dem die Fluten langsam nagen um ihn loszulösen und mit sich davon zu tragen, wobei er immer kleiner und kleiner wird.
Ich habe das Gefühl, den halt zu verliehen.
Es wird alles ein wenig zu viel und dabei wird das meiste weniger:
Viele meiner Freunde reden kaum noch bis gar nicht mehr mit mir. Die Zeit, in der ich meinen Kopf frei benutzen kann und er nicht von irgendwelchen Emotionen, die ich zu verdrängen versuche, verstopft wird. Meine Motivation, irgendetwas für die Schule zu tun, morgens aufzustehen. Die Zeit, in der ich lache.
Und in letzter Zeit auch meine innerlichen Barrieren.
Da sind all diese wundervollen Menschen um die ich mir Sorgen mache, denen ich aber nicht helfen kann, weil ich keine Zeit habe, weil sie mich nicht lassen, weil ich nicht weiß, wie.
Und dann kann ich mich einfach nicht auf irgendwas konzentrieren. Alle Straßen in meinem Hirn sind verstopft, Informationen kommen einfach nicht durch und machen kehrt, ehe sie auch nur ansatzweise aufgenommen werden konnten. Ich lese ein und die gleiche Seite immer und immer wieder und versuche verzweifelt all diese verwirrenden Gefühle und vor allem Ängste beiseite zu drängen. Doch an ihre Stelle treten Bilder von Kisten mit Katzenbabys und Erinnerung an Düfte, an Augen, an Lippen.
Das ist zwar besser, als die Ängste, aber es bringt mich auch nicht weiter. Und wenn ich versuche auch all dies zu verdrängen, bricht wieder die Angst über mich hinein. Die Angst all das, was ich jetzt habe zu verlieren, oder auch nur einen einzigen Teil. Oder dass ich all das nicht mehr allzu lange mitmachen kann, dass irgendwann die Decke der Erinnerungsthruen aufbrechen und die dunklen, dornigen Arme der Vergangenheit mich zerreißen wollen.
Alles scheint schrecklich instabil zu sein, jedes einzelne Wort könnte hier, im Fuchsbau, Welten zerstören. Ich bin ständig auf der Hut und versuche meine Impulsivität zu zügeln. Dabei sollte das doch nicht so sein!
Hier ist der Fuchsbau, hier ist immer alles gut, egal, wie mies es da draußen auch ist.
Und dann ist da noch diese tolle Sache, das es wohl doch eine Person gibt, die mich sehr anziehend findet, allerdings ist das so mit die falscheste Person, die ich mir vorstellen könnte. Ich liebe sie, ohne Frage, aber als Freundin, nicht sexuell. Denn auch wenn sie hübsch ist, finde ich sie absolut nicht anziehend. Und jetzt redet sie nicht mehr mit mir, weil sie 'Abstand' braucht. Und natürlich bedeutet dies auch, dass gemeinsame Freunde nichts mehr von ihr hören. Natürlich machen sie sich deswegen Sorgen, aber ich kann ihnen nicht viel sagen.
Und dann ist da auch noch mein vermutlich bester Freund, der emotional momentan extremst überfordert ist, mit mir aber nicht reden will und mich immer öfter ignoriert.
Es tut weh. Nicht nur, weil er sich verändert, sondern vor allem, weil er mir fehlt.
Meine persönliche Molly ist auch am Rande ihrer Kräfte. Doch ihr kann ich am wenigsten helfen.
Ich kann niemandem helfen und das macht mich verrückt!
Und dann ist da auch noch sie. Sie schwirrt mir durch den Kopf, ihre Stimme, ihr Geruch, ihr Gesicht, ihr Lachen, einfach alles und immer wieder und ständig.
'Verliebt dich bloß nicht in mich!'
Nein, sicher nicht. Das wäre ja auch das dümmste, was ich tun könnte! Du bist zwar unglaublich schön und intelligent und absolut keine Prinzessin, aber neben dir bin ich ein dummes, kleines, unerfahrenes Kind! Was für einen Sinn hätte das? Zwischen uns liegen Welten, metaphorisch als auch wörtlich.
Und dennoch spukst du immer wieder in meinen Gedanken rum. Ob es dieses berühmte 'verliebt sein' ist, keine Ahnung.
Und dabei soll ich mich doch auf die Schule konzentrieren, soll meine Facharbeit schreiben. Nur noch wenige Monate und dann schreibe ich schon Abi. Heute in einem Jahr habe ich die Schule schon verlassen, jetzt zählt es. Doch all das nutzt nichts. Mein Kopf interessiert das nicht.
Schule ist der Ort, zu dem du musst um unnützen Kram zu lernen, der dich nicht interessiert und den du nie wieder brauchen wirst, umgeben von Menschen, die du nicht leiden kannst und die dich noch weniger mögen. Aber reg dich nicht auf, nimm es einfach hin. Ommmmmmm einfach hinnehmen ommmmm.Diese beschissene fast buddhistische Ruhe, die ich der Schule gegenüber momentan an den Tag lege, wird mich noch irgendwann einiges kosten, das weiß ich jetzt schon. In spätestens ein paar Jahren werde ich mich für meine Faulheit verfluchen, weil meine Noten nicht mich und meinen Verstand wiederspiegeln und ich dennoch auf sie reduziert werde.
Aber all das andere blockiert meinen Kopf momentan und ich kann auch mit kaum einen wirklich darüber reden, weil ich den Menschen entweder nicht genug vertraue, sie selbst schon genug Probleme haben oder sie mir einfach nicht zuhören.
Und dabei dachte ich, es wird alles leichter. Am Arsch.