Momentan wird mein Leben von einer nicht vergehen wollenden Müdigkeit. Egal, was ich mache, wie viel ich schlafe, wie viel Kaffee ich trinke, sie will nicht aus mir weichen. Wie ein Dämon, der immer mehr Besitz von mir ergreift.
Ich bin zu müde um Mails zu beantworten, um zu lernen, um aufzuräumen oder um aufzustehen. Ja sogar zum Backen bin ich manchmal zu müde. Vor allem bin ich zu müde mich mit Dingen und mir selbst auseinander zu setzten. Oder mich zu erklären. Dafür fehlt einfach die Kraft.
Stattdessen liege ich auf meiner Bettinsel und starre auf den Bildschirm meines Laptops ohne wirklich mitzubekommen, was in den Serien, die auf mich einrieseln eigentlich wirklich geschieht. Sie dienen nur der Illusion, das sich etwas tut.
Immer, wenn mein Blick auf meine Hände fällt, steigen mir Tränen in die Augen. Heißt es nicht, dass die Hände alles über einen Menschen verraten?
So erscheint es mir bei meinen zumindest. Auf den ersten Blick sind die kräftig, nicht rissig, aber dennoch nicht völlig unbenutzt. Doch die Nägel sind abgekaut und rissig, die Nagelhaut spröde und immer wieder bilden sich neue, entzündete Fetzen. Die Innenseiten sind stark zerfurcht, die Haut immer so gespannt, dass sie im Licht schimmert. Sobald ich sie jedoch bewegen schreien sie förmlich nach mehr! Sie wollen benutzt werden, zeigen, was sie können und wie beweglich und stark sind. Und gleichzeitig wissen wie nicht, was sie wollen. Sie wollen gestreckt und gedehnt werden doch gleichzeitig etwas festhalten, umklammern und nicht mehr loslassen, aber es darf die Faust nicht am Schließen hindern. Und letztendlich bleiben sie dann doch schlaff liegen.
So wie meine Arme, meine Beine, mein Körper, mein Kopf und mein Ich.
Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Egal, was mir in den Sinn kommt, mir fehlt die Kraft, der Antrieb.
Ich will eigentlich nur liegen bleiben und weiter auf den Bildschirm mit den unklaren, bunten Bildern starren und die Tränen, wie niemals über meine Haut rollen, wegblinzeln.
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