Sonntag, 5. Februar 2012

Brücke nach Terabithia

Bei diesem unglaublich tollen Wetter hat es mich heute wieder einmal nach draußen gezogen. Ohne Hund, da dieser natürlich nicht den Besuch alleine lassen konnte.
In meinen innig geliebten Matschboots, dicker Jacke und im Schal vergraben bin ich durch das Dorf hoch, über wiesen und Felder, durch den Wald auf den ehemaligen Truppenübungsplatz gelaufen. Die tiefstehende Sonne hat alles in ein unwirkliches Gold getaucht und die Kälte hat im Laufe der letzten Tage jede Pfütze in eine glitzernde Miniatureislaufbahn verwandelt.
Ein Teil des Übungsplatzes wird heute gelegentlich von Motorsportfreunden als Rennstrecke benutzt, also ist hier eine riesige Erdfläche mit Hügeln, Sprungschanzen und Kratern.
Bei diesen Temperaturen ist die Erde natürlich steinhart gefroren und abermillionen winziger Eiskristalle lassen sie glitzern.
Die Krater sind normalerweise immer mit Wasser gefüllt, doch bei diesem Wetter sind sie komplett zugefroren, sodass man darauf im warmen Sonnenschein schlittern kann.
Was ich natürlich gemacht habe! In meinen Schlammboot. Laut und fröhlich, vielleicht ein klein wenig verrückt, lachend und drehte mich und lachte und lag dann schließlich prustend lachend auf der Eisfläche und genoss den Moment.

Ich bin durch das ganze Gebiet gerannt und kam mir vor wie eine Kreuzung aus Dr. Henry Walton Jones, Jr. und einem kleine Kind, dass die große weite Welt erkundet, die eigentlich gar nicht so groß ist.
Oben, auf einer der Sprungschanzen stand ich dann einfach eine Weile, drehte mich sprachlos von der Schönheit des Augenblicks während die tiefstehende Sonne mein Haar in ein glühendes Gold tauchte. Überall in der eintönig braunen, unebenen Landschaft glänzten Weise Eisflächen, die nur darauf warteten, dass man auf ihnen schlittert.
Nach bestimmt einer Stunde hatte ich jede dieser Flächen beschlittert, natürliche lachend und singend und war froh, dass mich niemand sehen konnte. Hätte ich vermutlich eh nicht gemerkt.

Irgendwann fand ich dann noch ein Stahlseil und als mein Kopf durch die Kälte anfing so zu schmerzen, dass ich es nicht mehr ignorieren konnte machte ich mich, ein wenig traurig auf den Rückweg.
Morgen werde ich diesem magischen Land einen erneuten Besuch abstatten und es mit meinem Jauchzen erfüllen.

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